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Hauptstraße 52

Biography of Franziska and Thekla Mayer

Franziska Mayer, wurde am 16.06.1861 in Hillesheim/Rheinhessen, geboren. Sie war die Tochter der Eheleute Salomon und Friederika Hirsch, geb. Mayer.

Am 11.06.1889 heiratete sie in Guntersblum den Landwirt und Händler Adolph Mayer, geboren am 06.11.1858 in Guntersblum. Er war der Sohn der Eheleute Aaron II und Babette Mayer, geb. Heumann, aus Guntersblum.

Die Eheleute Mayer wohnten in der Hauptstraße 52 in Guntersblum. Sie betrieben dort neben einer kleinen Landwirtschaft auch einen Futtermittelhandel. Laut einem Artikel in der Landskrone vom Mai 1926 wurde die Firma Adolph Mayer vom Hessischen Amtsgericht Oppenheim am 26.05.1926 aus dem Handelsregister gelöscht.

Das Ehepaar hatte vier Kinder welche alle in Guntersblum geboren wurden: Emilie, geb. 25.03.1890, Martha, geb. 20.02.1892, Barbara, geb. 27.01.1894 und Thekla, geb. 24.03.1896.

Adolph Mayer starb am 07.01.1930 im Alter von 72 Jahren in Guntersblum. Als jüngste und noch unverheiratete Tochter betrieb Thekla Mayer nach dem Tod ihres Vaters gemeinsam mit ihrer Mutter Franziska die Landwirtschaft und den Futtermittelhandel.

Laut Melderegister erfolgte die Abmeldung von Franziska und Thekla Mayer aus Guntersblum nach Frankfurt/Main am 01.04.1939. Es wird davon ausgegangen, dass es sich aufgrund der Verschärfung der politischen Situation um eine Zwangsumsiedlung handelte.

Nach dem Bezug einer gemeinsamen Wohnung am 11.04.1939 in die Sömmeringstraße 10, zogen sie am 23.08.1941 in die Weberstraße 7 um. Franziska Mayer starb am 24. September 1941 in Frankfurt im Alter von 80 Jahren. Die Todesanzeige beim zuständigen Standesamt erfolgte durch Herrn David Rüb, den ehemaligen Vorsteher der jüdischen Gemeinde Guntersblum. Franziska Mayer wurde am 29.09.1941 auf dem jüdischen Friedhof in Frankfurt beigesetzt.

Thekla Mayer, geb. 24.03.1896 in Guntersblum. Laut Information des Institutes für Stadtgeschichte Frankfurt/M vom 20.11.2017 wurde sie am 07.05.1942 mit anderen Hausbewohnern in der Weberstraße 7, Frankfurt als „abgeschoben“ gemeldet.

Am 08.05.1942 ging von Frankfurt/M aus ein Transport in das Ghetto Izbica von dem keine Deportationsliste verfügbar ist. Der Ort Izbica galt 1942 als „Transit-Ghetto“ für die Vernichtungslager in Belzec und Sobibor. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Thekla mit diesem Transport nach Izbica deportiert und in Belzec oder Sobibor ermordet wurde.

Das Schicksal der Töchter Emilie, Martha und Barbara Mayer ist in den Guntersblumer Blättern „ Stolpersteine in Guntersblum, Auflage 3 und 4 nachzulesen.

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