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Mittelstraße 8

Biography of David Monat

David Monat, geb. 13.03.1864 in Wachenheim. Am 27.10.2892 heiratete er in Guntersblum Johanna (Julia) Guthmann, geb. 24.01.1867 in Guntersblum. Das Paar lebte in der Mittelstraße 8 in Guntersblum. David Monat war Kaufmann und Landwirt. Er betrieb eine kleine Landwirtschaft mit Weinbau. Zusammen mit seiner Frau führte er in der Mittelstraße 8 auch ein Textilgeschäft.

Das Ehepaar hatte zwei Söhne. Theodor, geb. 04.09.1893 in Guntersblum. Er fiel am 03.04.1915 im 1. Weltkrieg im Alter von 21 Jahren bei einem Gefecht bei Verana in den Karpathen. Siegfried, geb. 05.12.1901 in Guntersblum, studierte ab dem Jahr 1920 in Darmstadt Bauingenieurwesen und unterstützte seine Eltern finanziell mit Gelegenheitsarbeiten.

Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten während der Inflationszeit musste David Monat seine drei kleinen Weinberge, Ackergrundstücke und seinen Garten verkaufen, obwohl sein Sohn Siegfried Gelegenheitsarbeiten annahm, um zu helfen. Im Januar 1932 musste David auch sein Anwesen in der Mittelstraße 8 verkaufen.

Das Ehepaar Monat fand 1932 in der Viehgasse 1, einer wesentlich kleineren Wohnung im Parterre der ehemaligen Judenschule, einen neuen Wohnsitz. Das Geschäft in der Mittelstraße betrieb die Familie Monat laut mehreren Zeitzeugenberichten noch einige Jahre weiter.

Im Oktober 1938 wurde das von Sohn Siegfried aus Brasilien für seine Eltern beantragte Ausreisevisum nach Brasilien genehmigt, aber das Ehepaar Monat konnte die nötigen Einreisebedingungen nicht erfüllen und konnte nicht ausreisen.

Am Morgen des 10.11.1938 wurde David Monat verhaftet und musste an dem "Schandmarsch" durch die Straßen und Gassen von Guntersblum teilnehmen, sowie an der anschließenden Verbrennung der religiösen Kultgegenstände auf dem Rathausplatz. Danach wurde er, gemeinsam mit den anderen Opfern des "Schandmarsches", in "Schutzhaft" genommen und für eine Nacht im Amtsgerichtsgefängnis Oppenheim arrestiert.

Davids Ehefrau Johanna (Julia) Monat erkrankte, starb am 19.08.1941 in einem Krankenhaus in Mainz und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Mainz beigesetzt.
Am 24.05.1942 wurden David Monat gemeinsam mit Johanna und Adolf Grünewald in der Viehgasse 1 "abgeholt" und in einem geschlossenen Lieferwagen in ein Sammelquartier nach Darmstadt gebracht. Die "Verladung" erfolgte unter Mithilfe eines führenden Guntersblumer Nazis. Im Melderegister der Gemeinde wurde für ihn kein Eintrag getätigt. Am 28.09.1942 wurde David Monat mit dem Transport XVII/1, Nr.842 von Darmstadt aus zusammen mit weiteren 1287 Personen in das Ghetto Theresienstadt deportiert und ermordet.

Das Schicksal von Siegfried Monat, dem Architekt der Guntersblumer Turnhalle und seiner Familie die 1933 nach Brasilien floh ist in den Guntersblumer Blättern "Stolpersteine in Guntersblum", Auflage 3 und 4 nachzulesen.

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