Biography of Eugen, Johanna and Marianne Wolf
Eugen Wolf, geb. 02.01.1893 in Planig. Er war der Sohn der Eheleute Elias Wolf III, Fruchthändler, und Auguste Wolf, geb. Mann. Eugen Wolf nahm als Soldat am 1. Weltkrieg teil und war Träger des EK1. Nach seiner Heimkehr aus dem 1. Weltkrieg war Eugen Wolf als Kaufmann und Weinkommissionär tätig.
Am 30.07.1919 zog er von Planig nach Guntersblum, heiratete am 12.08.1919 in Guntersblum Johanna Mann. Das Ehepaar wohnte fortan in Guntersblum, Hauptstraße 41. Die Firma seines Schwiegervaters ging am 26.05.1920 auf ihn über und wurde unter dem seitherigen Namen weitergeführt. Am 14.01.1932 wurde Tochter Marianne in einem Krankenhaus in Mainz geboren. Die zweite Tochter Renate wurde am 08.02.1937 im israelitischen Krankenhaus in Mainz geboren und verstarb am 04.05.1938 in Frankfurt. Eugen Wolf war, wie etliche der männlichen Mitglieder der jüdischen Gemeinde Guntersblums, Mitglied des Reichsbanners.
Im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom wurde Eugen Wolf morgens verhaftet und musste an dem „Schandmarsch“ durch die Straßen Guntersblums teilnehmen. Am Abend wurde Eugen Wolf zusammen mit den anderen 5 Opfern des „Schandmarsches“ im Amtsgerichtsgefängnis Oppenheim inhaftiert.
Im Gegensatz zu seinen Guntersblumer Mitgefangenen wurde er am Folgetag nicht entlassen, sondern zusammen mit anderen Gefangenen in das KZ Buchenwald deportiert. Als Frontkämpfer des 1. Weltkrieges und Träger des EK1, wurde, auf Anordnung von Generalfeldmarschall Göring vom 01. Dezember 1938, seine Entlassung verfügt (LAS, H 53, Nr.1776).
Wann er aus dem KZ Buchenwald zu seiner Familie nach Guntersblum zurückkehren konnte, ist nicht bekannt.
Johanna Wolf, geb. 04.08.1895 in Guntersblum. Sie war die Tochter des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Otto Mann und seiner Ehefrau Amalie, geb. Oppenheimer. Ihr Vater verstarb im Jahr 1918. Er war bis zu seinem Tod Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Guntersblum.
Am 14.01.1932 wurde Tochter Marianne in einem Krankenhaus in Mainz geboren. Die zweite Tochter Renate wurde am 08.02.1937 im israelitischen Krankenhaus in Mainz geboren und verstarb am 04.05.1938 in Frankfurt.
Die Wohnung des Ehepaares Wolf wurde am 10.11.1938, während Johanna Wolf, ihre Tochter Marianne und eine Tante zeitweilig im Holzstall im Hof des Hauses eingesperrt waren, durch randalierende Nazi-Horden so stark verwüstet, dass sie nahezu unbewohnbar war. Dabei wurde auch ein Großteil des 155-teiligen Tafelsilbers der Familie entwendet. Die Geschäftsbücher wurden, offensichtlich um Schuldenbelege zu vernichten, im Hof und auf dem freien Platz vor dem Gasthaus „Krone“, gegenüber dem Wohnhaus der Familie Wolf, verbrannt.
Laut Melderegister meldete sich die Familie offiziell am 11.02.1939 nach Frankfurt/M in den Sandweg 14 ab. Da die Wohnung in der Hauptstraße 41 im Zusammenhang mit den Verwüstungen des Novemberpogroms fast unbewohnbar war, ist davon auszugehen, dass der Zwangsumzug bereits früher stattfand.
Eugen Wolf wurde am 12.11.1941 im Alter von 48 Jahren von Frankfurt gemeinsam mit Ehefrau Johanna, 46 Jahre alt und Tochter Marianne, 9 Jahre alt sowie weiteren 1050 Personen in das Ghetto Minsk deportiert und dort ermordet.
Das Schicksal der Geschwister von Eugen Wolf und der Cousinen von Johanna Wolf, geb. Mann ist in den Guntersblumer Blättern „ Stolpersteine in Guntersblum“, Auflage 3 und 4 nachzulesen.
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