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Wohnung Speier

Biografie von Julius und Margarete Speier

Margarete und Julius Speiers Stolpersteine liegen vor dem Elternhaus von Frau Speier. In diesem Haus wohnten sie nie als Ehepaar, ihre Wohnung war im Haus Auerbach in der Marktstrasse 11.

Margarete war die Tochter des jüdischen Kaufmannes Josef Goldschmidt und seiner Frau Olga. Sie hatte zwei Brüder, Hans und Fritz, die 1936 bzw. 1938 nach Argentinien emigrierten. Sie selbst hielt sich seit 1933 in verschiedenen Städten Deutschlands auf und kehrte im Juli 1938 nach Salzkotten zurück. In Berlin lernte sie wahrscheinlich ihren späteren Mann, den Radiotechniker Julius Speier, kennen. Von dort zogen sie Ende des Jahres 1938 nach Salzkotten, hier heirateten sie. Die Schwiegereltern Olga und Josef Goldschmidt bereiteten zur gleichen Zeit ihre Ausreise nach Argentinien vor. Nach dem Zwangsverkauf ihres Hauses wohnten die Ehepaare Goldschmidt und Speier bei Familie Auerbach in der Marktstrasse 11.

Während Goldschmidts im Dezember 1939 nach Argentinien zu ihren Söhnen ausreisen konnten, gelang es Margaretes Bruder Hans Goldschmidt von Argentinien aus nicht, Speiers vor der Deportation zu retten. Als die notwendigen Dokumente verfügbar waren, die Speiers eine legale Ausreise aus Deutschland und in Chile ein Bleiberecht als Landarbeiter ermöglicht hätten, sind im Dezember 1941 Speiers schon in das Ghetto nach Riga abtransportiert. Dort wurden sie getrennt und durchlitten 3,5 Jahre die Schrecken verschiedener Konzentrationslager. Sie fanden sich schließlich zufällig im Vernichtungslager Stutthof bei Danzig wieder.

Nach der Auflösung des Lagers wurden Speiers auf dem Seeweg nach Neustadt/Holstein gebracht, hier befreiten sie britische Soldaten im Mai 1945. Unterernährt und schwer krank verbrachten sie längere Zeit in verschiedenen Krankenhäusern der britischen Zone. Erst im September 1945 kehrten sie in ihre Zweizimmerwohnung im Haus Auerbach nach Salzkotten zurück. Die bisherigen Mieter mussten diese auf Anordnung des Amtsbürgermeisters räumen. Es gelang ihnen aber nicht, die Zwangsverkäufe des Immobilienbesitzes ihrer Eltern rückgängig zu machen.

Ende 1945 engagierte sich Julius Speier im Entnazifizierungsausschuss des Kreises Büren. Julius Speier sah den Erfolg dieses Ausschuss als gefährdet an, da er einige Ausschussmitglieder für „nazifreundliche Elemente“ hielt.

Auch konnten Speiers im Jahr 1946 ihre Idee eines Gedenksteins für die ermordeten jüdischen Bürger Salzkottens bei der Stadt nicht durchsetzen.

Enttäuscht verließen sie Juli 1946 Salzkotten und emigrierten in die USA.

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33154 Salzkotten