Biografie von Grete Grünberg
Zu Beginn des 3. Reiches wohnten im Haus Grünberg das Ehepaar Grete und Simon Grünberg mit den Söhnen Walter und Manfred sowie eine Schwester des Hausherrn Rosa Grünberg.
Außerdem lebte zumindest seit der Weimarer Republik der jeweilige amtierende Kantor und Lehrer im Haus Grünberg. 1938 war dies Josef Offenburg. Er war der letzte Lehrer und Kantor der jüdischen Gemeinde Salzkottens.
Josef Offenburg wurde wie fast alle jüdischen Männer Salzkottens während des Novemberpogroms verhaftet und in Buchenwald inhaftiert; er wanderte im Juni 1939 nach England aus.
Simon Grünwald war Viehhändler und Metzger. Er gehörte zu den ärmeren Mitgliedern der jüdischen Gemeinde, zudem war er krank. Dies mag auch der Grund gewesen sein, dass Grünbergs untervermieteten. So wohnte 1933 neben dem Lehrer der jüdischen Schule der Textilhandelsvertreter Examus bei ihnen.
Simon Grünberg war Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkrieges. Aufgrund seiner Krankheit wurde er nicht in der Reichspogromnacht inhaftiert. Seit 1934 und verstärkt 1938 aus dem Wirtschaftleben gedrängt, verarmte die Familie zusehends.
Grünbergs Söhne wanderten Februar 1935 bzw. März 1938 in die USA aus. Der ältere Sohn Manfred war damals 14 Jahre alt, Walter 15 Jahre.
Grete Grünberg blieb in Deutschland und pflegte ihren kranken Mann unter immer schwereren Bedingungen. Er verstarb am 12.4.1940 in Salzkotten und war der letzte jüdische Bürger Salzkottens, der auf dem jüdischen Friedhof beigesetzt wurde. Seine Frau Grete hat vermutlich den Grabstein noch in Auftrag gegeben.
Die Schwester Rosa Grünberg verzog im Oktober 1940 nach Dortmund.
Nach dem jüdische Mieter nur noch bei jüdischen Hausbesitzern wohnen sollten, wurde das Grünbergsche Haus ab April 1939 zu einem so genannten "Judenhaus".
1939 wohnten neben Grünbergs die Geschwister Ostwald und Weinbergs (3 Personen) bei ihnen. 1940 zog Laura Blumenfeld zu ihrer Tochter in das Grünbergsche Haus, während Frau Ostwald zu Julius Blumenfeld zog.
Nach dem Zwangsverkauf des Hauses Grünberg musste Laura Blumenfeld in das Haus Kleeberg ziehen, Frau Grünberg wurde in das Haus Blumenfeld eingewiesen.
Im März 1942 wurde Grete Grünberg nach Warschau in das Ghetto deportiert und dort ermordet.
Kostenlos dank Ihrer Hilfe
Diese Biografie ist frei zugänglich. Wenn Ihnen der Stolpersteine Guide gefällt, freuen wir uns über einen kleinen Beitrag.
Danke an Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein und 6 weitere.Stolpersteine in der Nähe
Regine Bierhoff170 m
Ella Goldschmidt280 m
Julius Speier300 m
Leopold Achtermann350 m
Laura Blumenfeld380 m
Isaak Auerbach410 m