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Haus Auerbach

Biografie von Paul, Isaak und Sara Auerbach

In diesem Haus wohnten Isaak Auerbach, seine Frau Sara und sein Bruder Paul Auerbach.

Auerbachs waren Händler für Saat- und Futtermittel sowie Eisenwaren. Sie gehörten zu den wohlhabenden Juden Salzkottens und waren als Geschäftsleute sehr angesehen. Isaak Auerbach war Vorsteher der jüdischen Gemeinde.

Über seine Ehefrau Sara wissen wir sehr wenig. Es ist nur bekannt, dass sie sehr hilfsbereit war; sie versorgte Kranke und Hilfsbedürftige bei Bedarf mit Nahrung.

Mit der Machtergreifung Hitlers veränderte sich die Lage der Juden dramatisch: neben Boykottaufrufen und Hetztiraden in Zeitungen waren es vor allem Gesetze im Jahre 1938, die jegliche Erwerbstätigkeit unterbanden und das wirtschaftliche Aus bedeuteten.

Im November 1938 meldeten Auerbachs ihr Gewerbe ab. Im Sommer 1939 mussten sie ihr Haus an die Stadt Salzkotten verkaufen,sie lebten seitdem in ihrem ehemaligen Haus in wenigen Mansardenzimmern.

Seit 1939 wohnten auch das Ehepaar Josef Goldschmidt (Auswanderung im Dezember 1939) und das Ehepaar Speier (Deportation im Dezember 1941) im Haus Auerbach.

Am Abend des 9.11.1938 mussten Auerbachs erleben, wie in der Progromnacht in ihrem Haus Fensterscheiben eingeworfen wurden und nebenan die Synagoge geschändet wurde.

Einen Tag später wurden Isaak Auerbach und sein Bruder verhaftet und in die Wewelsburg gebracht. Gleichzeitig erlebte Sara Frau Auerbach, wie ihr Haus geplündert und die Synagoge angezündet wurde.

Während man Isaak am Abend wieder freiließ, wurde Paul in das KZ Buchenwald gebracht und erst Mitte November 1938 wieder entlassen.

Als Vorsteher der Gemeinde musste Herr Auerbach dem Verkauf des jüdischen Friedhofs 1940 wie auch den Abrisskosten der in Brand gesteckten Synagoge durch seine Unterschrift den Schein des Rechts geben.

Ihm fiel auch die traurige Aufgabe zu, diejenigen Juden zu benachrichtigen, die für die Deportation vorgesehenen waren.

Das Ehepaar Auerbach hatte zwei Kinder: die Tochter Else heiratete 1926 nach Meschede, von dort emigrierte sie später nach Israel. Der Sohn Arthur wanderte im Juni 1938 in die USA aus, im Februar 1939 folgte ihm seine Ehefrau Ruth.

Die Hausgehilfin Hilde Kleeblatt verzog im Dezember 1938 nach Meschede und kehrte im Januar 1939 zurück, um dann im Juni nach England auszuwandern.

Verzweifelt versuchte Sohn Arthur, für seine Eltern und seinen Onkel ein Ausreisevisum zubekommen. Dies gelang ihm jedoch zu spät.

1942 wurden Isaak, Sara und Paul Auerbach nach Theresienstadt deportiert, sie starben auf dem Weg in das KZ Treblinka.

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33154 Salzkotten