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Bianka und Doris Michaelis

Biography of Bianka and Doris Michaelis

Bianka und Doris Michaelis sind die Töchter von Albert und Mathilde Michaelis. Die Eltern liegen auf dem jüdischen Friedhof begraben und gehören laut eines Verzeichnisses aus dem Jahr 1891 zur ersten Generation jüdischer Einwohner in Zittau.
Bianka Michaelis wurde am 9.September 1887 und Doris, die neun Jahre jüngere Schwester, am 4.Februar 1896 in Zittau geboren. Vermutlich besuchten beide eine Zittauer Schule. Neben zwei älteren Schwestern Martha und Anna gab es noch zwei Brüder John und Paul, die zu den insgesamt sechs Geschwistern zählten.
Dem Vater gehörte seit 1871 ein Bekleidungsgeschäft, zunächst unter der Firma Gebrüder Michaelis am Rathausplatz, dreißig Jahre später (ab 1901) unter dem Namen A.Michaelis in der Böhmischen Straße 11, der heutigen Johannisstraße. In Werbeanzeigen des Zittauer Nachrichten- und Anzeigenblattes findet man das Bekleidungsgeschäft A. Michaelis später als FRIGO, ein zu seiner Zeit sehr modernes Teilzahlungsgeschäft.
Das Gebäude Brüderstraße 11 wurde am 9.Mai 1945 zusammen mit der anliegenden Handwerkerschule durch Angehörige der Roten Armee durch Brandschatzung zerstört, weil dort angeblich ein Hitlerbild und das Bild eines Angehörigen der SS die Rachsucht sowjetischer Soldaten angestachelt hätte (Aus: „Als der Krieg nach Zittau kam“ , Christine Tegeler und Bernd Mälzer Museums- und Geschichtsverein Zittau).

Wie es die Inschriften der Grabsteine berichten, stirbt 1924 die Mutter Mathilde mit 69 Jahren, vier Jahre später der Vater Albert. Er wurde 81.
Laut der Traueranzeige für ihren Vater war Bianka Michaelis mit Herrn Emil Singer verheiratet, beide haben einen Sohn Schlomo. Sie verließ Zittau und wohnte spätestens ab 1928 mit ihrem Mann Emil in Wiegandstal (Gemeinde Marklissa im Landkreis Lauban heute Pobiedna, Polen). Wahrscheinlich wurde Bianka von dort deportiert. 1942, mit 55 Jahren, wird ihr Todesjahr von ihrem Sohn in der zentralen Datenbank der Opfer des Holocaust in Yad Vashem/ Jerusalem angegeben. Diese Meldung erfolgte im April 1999.
Auch Doris Michaelis steht nicht mehr auf der Zittauer Judenliste von 1935 bzw. 1936. Sie sog nach Berlin. Am 29. Juni 1943 wird sie gemeinsam mit 99 weiteren Menschen nach Theresienstadt deportiert und zur Zwangsarbeit eingeteilt. Sicherlich erlebt sie die „Stadtverschönerung“, anlässlich des Besuchs des Internationalen Roten Kreuzes und die Dreharbeiten zum Propagandafilm „Theresienstadt - eine Dokumentation aus einem jüdischen Siedlungsgebiet“. Am 12. Oktober 1944 wird sie in den Transport Eq nach Auschwitz eingereiht. Nach zweitägiger Tortur kommt sie mit 1500 weiteren Menschen im Vernichtungslager an. Aus diesem Transport werden einige hundert jüngerer Häftlinge zur Zwangsarbeit nach Birkenau geschickt, alle anderen vergast. 135 Überlebende sind aus diesem Transport bekannt. Doris Michaelis ist nicht darunter.

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