Biography of John, Erna and Dorothea Duneck
John Duneck wurde 1893 in Königsberg geboren, Erna 1892 in Gilgenburg bei Allenstein, ebenfalls in Ostpreußen. John Duneck meldet sich 1914 als Kriegsfreiwilliger und wird 1918 als Vizefeldwebel entlassen. Er heiratet Erna, geborene Feibusch, sie zieht nach Königsberg zu ihrem Mann. Dort werden ihre beiden Kinder geboren: Dorothea (1924) und Georg.
Laut Zittauer Adressbuch betreiben sie von 1930-1934 ein Schuhgeschäft mit der Alleinvertretung der Firma „Salamander“ in der Inneren Weberstrasse 17, später in der Frauenstrasse 4 ein Schuhwaren- und Textilgeschäft. 1934 wird ein Konkurs angemeldet. Seit 1933 braucht John Duneck eine „Legitimationskarte für Kaufleute und Handelsreisende“, vom Gewerbeamt Zittau. Er vertritt in Zittau mehrere Firmen und bekommt im Dezember 1937 seine letzte Legitimationskarte.
Im Januar 1938 sollen laut Staatspolizeileitstelle Dresden jüdische Handelsvertreter grundsätzlich durch arische Vertreter ersetzt werden, den jüdischen Vertretern ist die Legitimationskarte zu entziehen. Begründung: grundsätzlich politisch unzuverlässig!
Die Karte wird im April 1938 mit eben jener Begründung entzogen. John Duneck wehrt sich, schöpft alle juristischen Möglichkeiten aus. Nach längerem Hinhalten beschließt das Sächsische Oberverwaltungsgericht am 14.12.1938 die Rechtmäßigkeit der Entziehung und die Ablehnung der Klage, zu Kosten des Klägers.
Familie Duneck zieht wahrscheinlich 1938 nach Berlin Spandau in die Achenbachstrasse 7, zur ebenfalls aus Zittau stammenden Familie Foerder. Von dort werden John und Erna Duneck am 19.04.1943, mit dem „37. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert (681 Insassen).
Ihre Tochter Dorothea wurde bereits am 03.03.1943, mit dem „33. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert (1726 Insassen). Im selben Transport befanden sich auch Erna und Otto Gessler (siehe Stolpersteine für Familie Gessler).
Beide Transporte fuhren vom Güterbahnhof Putlitzstraße am Berliner Westhafen ab. Ein Mahnmal erinnert heute auf der Putlitzbrücke an den damals größten Deportationsbahnhof Berlins.
Der überlebende Bruder Georg gab die Daten, versehen mit den jeweiligen Passbildern wahrscheinlich 1999 an die zentrale Datenbank der Holocaustopfer in Yad Vashem/Jerusalem. Eine weitere Nachforschung, eine mögliche Verwandtenanfrage in Omer Israel verlief bisher ohne Ergebnis.
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