Biography of Josef Freund
Josef Freund wurde 1873 in Zittau geboren und gehörte zu den jüngeren von 6 Geschwistern. Sein Vater Samuel Freund, ein Müller und Kaufmann aus Jungbunzlau in Böhmen (heute Mladá Boleslav) und Mutter Maria Freund, geb. Strenitz, liegen auf dem jüdischen Friedhof in Zittau begraben.
Josef lebte mit seiner Frau Marguerite, geb. Veit, in unmittelbarer Nähe seiner Schwester Bertha, die mit ihrer Familie in der Hillerschen Villa wohnte. Beide pflegten privat sowie in beruflichen Angelegenheiten einen engen Kontakt. Im Familienunternehmen PHÄNOMEN fand Josef als kaufmännischer Direktor seine Anstellung. Bis 1913 führte er an der Seite seines Schwagers Gustav Hiller (Erfinder und Firmengründer der Phänomenwerke) das Unternehmen zum Erfolg.
1906 kam Tochter Ilse zu Welt, zwei Jahre später war das Familienglück mit der Geburt des Sohnes Franz vollkommen.
1913 verstarb sein Schwager und Josef übernahm in enger Absprache mit seiner Schwester Bertha Hiller die Leitung der Phänomenwerke. Mitten im ersten Weltkrieg wandelte er die GmbH in eine Aktiengesellschaft um, deren Aktien größtenteils in Familienhand lagen.
Nach wenigen Jahren trat Josefs Neffe Rudolf Hiller nach seinem Studium zum Diplom-Ingenieur die technische Leitung der Firmenproduktion an. In seinen Lehrjahren im Familienunternehmen stand ihm sein Onkel Josef Freund als erfahrener Mentor zur Seite.
Die Firma hielt sich, trotz der dürren Nachkriegszeit, die mit dem Verlust der Kohle- und Stahlproduktion in Deutschland auch unmittelbare Auswirkungen auf Phänomen gehabt haben musste. Selbst nachdem das komplette Fabrikgebäude ausbrannte, lief der Betrieb weiter. Unter der Leitung Josefs wurde ein neues Gebäude eingeweiht.
1933 erregte das Familienunternehmen aus Zittau auf einer Automobilausstellung Hitlers Aufmerksamkeit. Josef erhielt ebenso wie weitere jüdische Mitglieder des Aufsichtsrates durch seinen Neffen Rudolf Hiller die Kündigung. Offensichtlich war es für Rudolf als Vorstandsvorsitzenden die einzige Möglichkeit als „Mischling 1.Grades“ selbst die Existenz der Firma und das Erbe seines verstorbenen Vaters zu erhalten, andernfalls drohte ihm das gleiche Schicksal. Josef Freund blieb noch einige Zeit mit seiner Familie als Zwangs-Pensionär in Zittau. Sein Neffe drängte ihn wiederholt dazu, Deutschland zu verlassen. Er ahnte wohl, dass Josefs Leben in Gefahr war. 1938 floh die Familie über Berlin nach Santiago de Chile, wo bereits ein Schwager lebte. Briefe übermitteln, dass Josef im Exil nie Fuß fassen konnte. Auch seinen Kindern war die Emigration immer gegenwärtig.
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Bertha Hiller150 m
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