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Familie Löwenstein

Biography of Jenny Löwenstein geb. Berg

Jenny Löwenstein kam zusammen mit ihrem Mann Louis Löwenstein, der 1875 in Stolzenau/Weser geboren worden war, 1904 nach Kleve. 1908 wurde hier ihre Tochter Edith geboren.
Löwenstein war Lehrer und Kantor der jüdischen Gemeinde und wurde nach der Umwandlung der jüdischen Privatschule in eine städtische Volksschule seit 1910 nach beamtenrechtlichen Vorschriften besoldet.
Edith Löwenstein machte nach dem Ende der Schulzeit in Düsseldorf eine Ausbildung zur Gymnastiklehrerin. Seit 1928 war sie nach eigenen Angaben als Gymnastiklehrerin in Düsseldorf tätig, gab aber auch Unterricht in Kleve und trat hier auch bei öffentlichen Veranstaltungen auf.
Im Dezember 1933 verstarb Louis Löwenstein. Edith Löwenstein heiratete im März 1934 Joseph Stross und zog zu ihm nach Liebauthal (tsch. Libavske Udoli), wo seine Familie eine Textilfabrik betrieb. Nach der Annektion des Sudetenlandes nach dem Münchener Abkommen 1938 wurde das Unternehmen der Familie Stross „arisiert“. Edith und Joseph Stross gingen zunächst nach Prag und flüchteten von dort im August 1939 nach England.
Jenny Löwenstein erhielt seit dem Tod ihres Mannes eine Witwenpension der Regierungshauptkasse Düsseldorf. Im Januar 1936 zog sie in die Wohnung von Sophie und Henny Gonsenheimer in die Tiergartenstr. 24. Möglicherweise gab es hier verwandtschaftliche Beziehungen.
Gemeinsam wurden die drei Frauen am 26. Oktober 1941 gezwungen ihre Wohnung zu verlassen. Nach einer Nacht im Schlachthof in Düsseldorf-Derendorf deportierte man sie in einem Transport mit 1003 Personen in das Ghetto Litzmannstadt/Łódź.
Mit 76 weiteren Personen wurden sie in einem Zimmer der „Düsseldorfer Kollektivunterkunft“ in der Fischstraße 15 untergebracht.
Sicher ist, dass Jenny Löwenstein bis April 1942 ihre Witwenpension erhielt und im März 1942 noch Briefkontakt zur Regierungshauptkasse in Düsseldorf hatte.
Ihre Name steht auf der Deportationsliste für den IV. „Aussiedlungstransport“ vom Ghetto Litzmannstadt/Łódź nach Kulmhof/Chełmno. Doch gelang ihr vermutlich die Zurückstellung.
Sicher ist, dass Jenny Löwenstein Ende 1942 nicht mehr im Ghetto lebte. Wahrscheinlich wurde sie während der „Ghetto-Sperre“ im September nach Kulmhof/Chełmno gebracht und ermordet.

Jenny Löwenstein geb. Berg (Klein-Plehnendorf, Kr. Danzig 1880 – 1942 Kulmhof/Chełmno Vernichtungslager)

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Autorin und Ansprechpartnerin: Helga Ullrich-Scheyda · helga@scheyda.de