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Anton Hollingshaus

Biography of Anton (Toni) Hollingshaus

Anton(Toni) Hollingshaus
Geburtsdatum:
08.09.1905 Erbach / Ts.
Eingewiesen:
21.09.1934 in die Landesheilanstalt Hadamar
Tod:
31.01.1941 in der Gaskammer Hadamar

Der Schuhmacher Anton Hollingshaus wurde am 8. Mai 1905 in Erbach geboren. Er unterhielt zeitweise eine Schuhmacherei in der Hofgnadenthalstraße.
Am 16.08.1928 heiratete er Minna Hollingshaus geborene Knoll.
Das Ehepaar hatte zwei Kinder.
Aufgrund einer Kopfverletzung die er sich als Kind beim Schlittenfahren zuzog, erkrankte er und konnte seinen Beruf nicht mehr ausüben.
Die NSDAP Kreisleitung drohte Ihm daraufhin im Februar 1934 mit der Einweisung in ein Konzentrationslager oder Arbeitshaus. Auf Betreiben des Erbacher Bürgermeisters Willi Litzinger wurde er am 21.09.1934 in die Landesheilanstalt Hadamar eingewiesen.
Als die Anstalt zur Einrichtung eines Reservelazaretts geräumt werden musste, wurde Herr Hollingshaus am 16.01.1940 in die Landesheilanstalt Weilmünster verlegt.
Von dort gelangte er in einem Transport mit 68 weiteren Patienten am 31. Januar 1941 nach Hadamar.
In der Regel wurden die Patienten eines solchen Transports noch am Tag der Ankunft in die im Keller der Anstalt befindliche Gaskammer geschickt und ermordet.
Der 31. Januar 1941 ist daher als der Todestag von Herrn Hollingshaus zu betrachten.
In der offiziellen Nachricht wurde der Familie der 09.02.1941 als Sterbetag und der Todesort Heil- und Pflegeanstalt Bernburg mitgeteilt. Als Todesursache wurde Wundinfektion mit Blutvergiftung angegeben.
Das damals offiziell mitgeteilte Todesdatum wurde gefälscht, um Angehörige und Behörden zu täuschen.
Die Urne (Urnen-Nr.: 4016 Bernburg) wurde am 11.03.1941 auf dem Südfriedhof in Wiesbaden beigesetzt (Abteil U 10 Reihe 6 Nr. 109). Da Urnen damals normalerweise noch nicht katholisch beerdigt werden durften trug der Kaplan der St. Bonifatiuskirche in Wiesbaden ins Totenbuch ein: „Ohne seine Einwilligung eingeäschert“. So wurde ein kirchliches Begräbnis möglich.

„Mensch achte den Menschen“
(Inschrift auf der Stehle der Gedenkstätte in Hadamar auf dem Mönchberg)

Recherche und Text: Tobias Scheinkönig

Quelle:
Gemeinde Erbach im Taunus „Erbach im Taunus 768-1968“
Totenbuch der katholischen Pfarrei St. Mauritius Bad Camberg Erbach S. 27
Nachricht vom LWV Hessen Dr. Lilienthal vom 24.05.2014
Informationen von noch lebenden Angehörigen und Bürgern der Gemeinde Erbach
Bestattungsbuch Südfriedhof Wiesbaden ( Bestattungsnummer 35733 )
HHSTAW Abt. 483 Nr. 4529F

Stand: 11.05.2015

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