- Stolpersteine
- 10
- Verlegeorte
- 5
Betreut von AK Stolpersteine im Hsitorischen Verein Rheinau
B
H
K
Der Stolpersteine Guide dokumentiert 10 Stolpersteine in Rheinau mit Biografien. Sie erinnern an Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden. Die Karte zeigt die Verlegeorte, die Liste alle Namen.
Quellen & Impressum
AK Stolpersteine im Hsitorischen Verein Rheinau
In der heutigen Stadt Rheinau existierten zwei jüdische Gemeinden. In Rheinbischofsheim beschwerten sich 1737 Straßburger Kaufleute gegen die Konkurrenz jüdischer Kaufleute aus dem Ort beim Grafen von Hanau-Lichtenberg. Juden waren hier Nachweisbar vor 1701 ansässig.
In dem heutigen Freistett wurde 1745 die Stadt Neufreistett gegründet, in deren Gründungsurkunde den Bürger "freie Religionsausübung" zugesichert wird, so dass sich hier gegen entsprechende "Schutzgelder" seither auch Juden niederlassen durften.
Als Begräbnisstätte wurde zunächst der jüdische Friedhof in Kuppenheim genutzt, bis 1817 auf Anordnung der Landesregierung ein Verbandsfriedhof für die Orte Lichtenau, Freistett, Rheinbischofsheim und Bodersweier in Freistett angelegt wurde, auf dem nach 1862 auch eine zeitlang Juden aus Kehl bestatte wurden. Der Friedhof kann nach Absprache mit der Stadtverwaltung besichtigt werden.
Der Bevölkerungsanteil jüdischer Bürger betrug in Neufreistett bis 1925 im Durchschnitt etwa 15 %, was circa 50 Personen entspricht. In Rheinbischofsheim lag er bei etwa 7 %, entsprechend etwa 100 Personen. (Zum Vergleich: Der Anteil katholischer Bürger in beiden Orten betrug in diesem Zeitraum etwa 9 bzw. 3 %.)
1929 kam es zur Eingemeindung von Neufreistett nach Freistett. Da bereits im Zuge der "Judenemanzipation" viele Juden vom Land in die Städte gezogen waren, hatte die Zahl der Gemeindeglieder seither stetig abgenommen. Und als ab 1933 die Ausgrenzung der Juden durch die Nazis jedes Jahr massiver wurde, versuchten immer mehr Juden Deutschland zu verlassen. Wegen dieser Mitgliederabnahme vereinigte sich 1935 die jüdische Gemeinde Neufreistett mit der jüdischen Gemeinde Rheinbischofsheim, und die Synagoge in Neufreistett wurde seither nicht mehr benutzt.

