Zum Inhalt springen

Rheinau-Rheinbischofsheim

Biografie von Josef, Frieda und Berta Bloch

Es ließen sich nur noch sehr wenige Dokumente finden über das Leben der Familie Bloch in Rheinbischofsheim. So wirkt das Vorhaben der Nazis, alle Hinweise auf das Leben von Juden in Deutschland auszulöschen, bis heute nach. Umso wichtiger ist es, durch Stolpersteine deutlich zu machen, dass dieses Ziel nicht erreicht wurde. Auch heute wird es nicht gelingen, Deutsche in „richtige“ und „weniger richtige“ Deutsche aufzuspalten, um die Grundlage unseres gleichberechtigten demokratischen Miteinanders zu zerstören.

Medien

Fotos

Kostenlos dank Ihrer Hilfe

Diese Biografie ist frei zugänglich. Wenn Ihnen der Stolpersteine Guide gefällt, freuen wir uns über einen kleinen Beitrag.

Danke an Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein und 6 weitere.
Unterstützen

Stolpersteine in der Nähe

Alle Stolpersteine in Rheinau

Quellen & Impressum

AK Stolpersteine im Hsitorischen Verein Rheinau

In der heutigen Stadt Rheinau existierten zwei jüdische Gemeinden. In Rheinbischofsheim beschwerten sich 1737 Straßburger Kaufleute gegen die Konkurrenz jüdischer Kaufleute aus dem Ort beim Grafen von Hanau-Lichtenberg. Juden waren hier Nachweisbar vor 1701 ansässig.
In dem heutigen Freistett wurde 1745 die Stadt Neufreistett gegründet, in deren Gründungsurkunde den Bürger "freie Religionsausübung" zugesichert wird, so dass sich hier gegen entsprechende "Schutzgelder" seither auch Juden niederlassen durften.
Als Begräbnisstätte wurde zunächst der jüdische Friedhof in Kuppenheim genutzt, bis 1817 auf Anordnung der Landesregierung ein Verbandsfriedhof für die Orte Lichtenau, Freistett, Rheinbischofsheim und Bodersweier in Freistett angelegt wurde, auf dem nach 1862 auch eine zeitlang Juden aus Kehl bestatte wurden. Der Friedhof kann nach Absprache mit der Stadtverwaltung besichtigt werden.
Der Bevölkerungsanteil jüdischer Bürger betrug in Neufreistett bis 1925 im Durchschnitt etwa 15 %, was circa 50 Personen entspricht. In Rheinbischofsheim lag er bei etwa 7 %, entsprechend etwa 100 Personen. (Zum Vergleich: Der Anteil katholischer Bürger in beiden Orten betrug in diesem Zeitraum etwa 9 bzw. 3 %.)
1929 kam es zur Eingemeindung von Neufreistett nach Freistett. Da bereits im Zuge der "Judenemanzipation" viele Juden vom Land in die Städte gezogen waren, hatte die Zahl der Gemeindeglieder seither stetig abgenommen. Und als ab 1933 die Ausgrenzung der Juden durch die Nazis jedes Jahr massiver wurde, versuchten immer mehr Juden Deutschland zu verlassen. Wegen dieser Mitgliederabnahme vereinigte sich 1935 die jüdische Gemeinde Neufreistett mit der jüdischen Gemeinde Rheinbischofsheim, und die Synagoge in Neufreistett wurde seither nicht mehr benutzt.