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Johanna Ketterer

Biografie von Johanna Ketterer

"Wer weiß, ob es Johannas Asche ist"

"Sogar die Asche habe ich abgelehnt." Johannas Mutter hatte größte Zweifel, an dem was ihr von offizieller Seite über den Verbleib und den Tod der Tochter Johanna im Jahr 1940 mitgeteilt wurde.

1920 kam Johanna Magdalena Ketterer in Lichtental zur Welt. Ihre Mutter war Zigarettenarbeiterin, der Vater Bäcker. Die Ehe ging auseinander, die geistig behinderte Tochter kam mit acht Jahren in das St. Josefsheim in Herten bei Rheinfelden, wo sich insbesondere Schwester Mathilde liebevoll um das Mädchen kümmerte.

Verlegung an einen unbekannten Ort

Mutter Luitgard verheiratete sich ein zweites Mal und besuchte ihr Kind zusammen mit ihrem Mann Otto Seefels regelmäßig in Herten – bis zum Sommer 1940, als Johanna plötzlich nach Emmendingen verlegt wurde und von dort nochmals an einen unbekannten Ort.

Den Eltern kamen Zweifel, der Stiefvater fragte in Herten nach dem Verbleib des Kindes und bat um Mithilfe bei der Suche, denn: "Der Arzt der Anstalt in Emmendingen teilt uns wörtlich mit, dass ihm nicht bekannt wäre, wohin unser Kind kam!! Sie können sich doch ungefähr ausmalen, wie treubesorgte Eltern eine solche wackelige Mitteilung aufnehmen."

Misstrauen gegenüber den Behörden

Zwei Monate später kam dann ein Schreiben der Landes-, Heil- & Pflegeanstalt Sonnenstein in der Nähe von Dresden mit der Nachricht, Johanna Magdalena sei an einem akuten Schwächezustand plötzlich verstorben, man könne die Urne kostenfrei überführen. Für Johannas Mutter ein Schock. Voller Misstrauen schrieb sie an Schwester Mathilde in Herten: "Sogar die Asche habe ich abgelehnt, … wer weiß, ob es Johannas Asche ist, denn damit wird doch viel Schwindel getrieben. Ehrwürdige Schwester Mathilde, das dachten wir nicht, als wir letztes Jahr bei ihr waren, für immer ewig sie nicht mehr zu sehen. Laut hinausschreien könnt ich."Johanna war am 21. August 1940 direkt von Emmendingen nach Grafeneck deportiert und noch am selben Tag ermordet worden. Der Aufenthalt in der Anstalt Sonnenstein wurde vorgeschoben, um die Eltern in Sicherheit zu wiegen.

Nach Recherchen von Schüler und Schülerinnen des Leistungskurses Geschichte am Gymnasium Hohenbaden und Markgraf-Ludwig-Gymnasium 2010, Baden-Baden.

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