Biography of Georg Alfred Grein
Schützenstraße 37: Georg Alfred Grein (1906–1954).
Georg Alfred Grein wurde am 31.08.1906 in Konstanz geboren und starb am 09.07.1954 in Radolfzell. Seine Eltern waren Johann Grein und Emilie Grein (geb. Kramer) aus Radolfzell. Georg Alfred Grein war verheiratet mit Martha Grein (geb. Treffer). Das Paar hatte keine Kinder.
Zur Zeit der Verfolgungsmaßnahme war ihre Radolfzeller Wohnadresse die Adolf-Hitler-Str. 37, die heutige Schützenstr. 37.
Der Monteur Georg Alfred Grein wurde wegen seiner mutmaßlichen Zugehörigkeit zur KPD am 21. September 1937 in Radolfzell verhaftet und am 16. Juni 1939 in das Strafgefängnis und die Untersuchungshaftanstalt Mannheim eingeliefert. Am 27. September 1939 wurde er in das Untersuchungsgefängnis Stuttgart überstellt. Das Oberlandesgericht Stuttgart verurteilte ihn am 2. Oktober 1939 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu 2 Jahren und 6 Monaten Zuchthaus, abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft. Seine Haft trat er am 2. Oktober 1939 im Zuchthaus Ludwigsburg an.
Am 11. November 1939 wurde Georg Alfred Grein in die psychiatrische Abteilung des Gefängnisses Bruchsal überstellt, wo ihm der Anstaltspsychiater eine Erkrankung des „schizophrenen Formenkreises“ mit „wahnhaften Ideen“ und „Verfolgungsängsten“ (!) attestierte. Rücküberstellung erfolgte am 4. Dezember 1939. „Zur Beobachtung seines Geisteszustands“ wurde Grein am 22. Februar 1940 in das Zuchthaus und die Sicherungsanstalt Straubing, psychiatrische Abteilung, eingeliefert. Der dortige Anstaltspsychiater bestätigte die Bruchsaler Diagnose nicht, sprach stattdessen von einem „verschlossenen, heimtückischen und verschlagenen Psychopathen“, der „phantastischen, kommunistischen Ideen“ anhänge. Am 20. Juni 1940 rücküberstellt zum Zuchthaus Ludwigsburg.
Das Reichssicherheitshauptamt verfügte am 28. November 1941 die Verhängung der „Schutzhaft“ im Anschluss an die Verbüßung der Zuchthausstrafe: Georg Alfred Grein wurde daraufhin am 8. Januar 1942 in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert. Am 17. Juni 1942 erfolgte die Überstellung in das Dachauer Außenkommando Bad Ischl. Grein wurde zu einem nicht genannten Zeitpunkt ins Konzentrationslager Dachau/Kommando Kempten überstellt und dort durch die amerikanische Armee schließlich im April 1945 befreit.
In einer behördlichen Anfrage aus dem Jahre 1953 geht hervor, dass Georg Alfred Grein zu diesem Zeitpunkt in Radolfzell, Böhringerstr. 25, gemeldet war. Die Einwohnermeldekarte verzeichnet als letzte Meldeadresse davor: Bollstetterstr. 35, bei Josef Paul Bayer, den er im KZ Dachau kennengelernt hatte. Vermerkt ist ferner ein Aufenthalt in der Heil- und Pflegeanstalt Reichenau nach 1947. Lebende Angehörige waren bislang nicht zu ermitteln.
Recherche: Markus Wolter
Die Patenschaft für den Stolperstein haben Nicole Niedermüller und Stefan Winkler übernommen.
Quellen
Staatsarchiv Ludwigsburg, Bestand E 356 d V: Strafanstalt Ludwigsburg mit Zweiganstalt Hohenasperg: Gefangenenpersonalakten, Georg Alfred Grein: E 356 d V Bü 2597. ITS Bad Arolsen, 22.4.2013: Gef.Buch Strafgefängnis Mannheim, Doc.No. 11797723; Gef.Buch Zuchthaus Ludwigsburg, Doc.No. 78552121; Gef.Buch Zuchthaus Straubing, Doc.No. 11782879, Schreibstubenkarte KZ Dachau, Doc.No. 10653131; Arbeitseinsatz KZ Dachau, Doc.No. 9916501; Häftlingspersonalbogen KZ Dachau, Doc.No. 10076019; Schreiben Wehrmeldeamt Stuttgart, Doc.No. 10076020; Korrespondenzakte T/D-277704, Doc.No. 90577725. Ferner: Schreibstubenkarte von Georg Grein in der Datenbank des KZ Dachau (Steve Morse). Einwohnermeldekarte, Stadtarchiv Radolfzell.
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