Biography of Moritz and Hedwig Neumann
Bahnhofstr. 79
Moritz Neumann, *21.10.1878, deportiert 1942 aus Wiesbaden, Theresienstadt, Todesdatum unbekannt.
Hedwig Neumann, geb. Roos, *16.01.1883, deportiert 1942 aus Wiesbaden, Theresienstadt, vermisst, Todesdatum unbekannt.
Moritz Neumann war zusammen mit seinem Bruder Karl als Teilhaber an der Weinhandlung Laufer. Nach der Machtübernahme durch die nationalsozialistische Diktatur 1933 liefen die Geschäfte so schlecht, so dass die Brüder das Geschäft 1938 schließlich verkaufen mussten. Sie lebten dann in Wiesbaden, bis sie ca. 1942 von dort ins KZ Theresienstadt deportiert wurden und dort umkamen (Siehe Neumann, unten)
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Moritz Neumann wurde am 21. Oktober 1878 in Stadecken als Sohn von Benedikt Neumann und Anna Maria, geb. Laufer, geboren. Am 16. Januar 1883 heiratete er in Offenbach am Glan Hedwig, geb. Roos, Tochter des Pferdehändlers Ferdinand Roos und seiner Frau Babette.
Das Ehepaar hatte zwei Kinder. Beide Kinder konnten Deutschland rechtzeitig verlassen. Anna wurde am 18. Juni 1909 geboren. Sie emigrierte 1936 zunächst in das britische Mandatsgebiet Palästina und später in die USA. Dort heiratete sie 1941 Karl Kaufmann. Die zweite Tochter, Gerta, wurde am Januar 1913 geboren. Sie emigrierte nach Nahalal ins britische Mandatsgebiet Palästina (Abmeldedatum in Ingelheim am 30. März 1936). Dort hat sie geheiratet, wurde Mutter von drei Kindern und hatte zwölf Enkelkinder.
Moritz Neumann war Weinhändler. Zusammen mit seinem Bruder Moritz betrieb er die Weinhandlung Laufer&Co in der Bahnhofstr. 79, heute Möbelhaus Schwaab. Dort wohnte er auch.
Laut Erzählungen des Neffen Harry Neuman begann gleich 1933 der Niedergang des Geschäfts, ausgelöst durch den Boykott: „Kauft nicht bei Juden“. Zunächst war die Weinhandlung nicht so stark betroffen. Die Bestellungen wurden schriftlich aufgegeben. Dann machte es die nationalsozialistische Regierung zur Auflage, dass aus dem Briefkopf des Unternehmens hervorgehen musste, dass es jüdisch war. Der Umsatz ging zurück. Die Brüder entschlossen sich zu verkaufen. Angesichts der Umstände war deutlich, dass das Geschäft unter Wert veräußert werden musste (siehe auch unter Karl Neumann).
Moritz und Hedwig Neumann meldeten sich nach dem Verkauf des Geschäfts zum 29. Oktober 1938 nach Wiesbaden ab und zogen dort in die Martinstalerstr. 2. Die Kinder waren im Ausland in Sicherheit. Auch die Eltern planten die Auswanderung, schafften sie aber nicht mehr. Sie wurden am 10. Juni 1942 ab Wiesbaden und am 11. Juni 1942 von Frankfurt aus in den Osten deportiert. Ihr Todeszeitpunkt ist unbekannt.
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Moritz und Hedwig Neumann
Die Aufnahmen stammen von der Tochter Anna, verh. Kaufmann, die in die USA emigrieren konnte. Sie hatte die Fotos ihrer Eltern bis zu ihrem Tod 2002 aufgestellt.
Quelle: Milton Kaufman 2012
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