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Familie Kahn

Biography of Rieke Kahn, Leo Krauskopf, Paula Krauskopf and Harry Kahn

Neuweg 1

Rieke Kahn, geb. Fränkel, JG. 1867, Flucht nach Frankreich, 1940 in Paris, Flucht in den Tod.

Leo Krauskopf, *25.12.1895, deportiert 1942 Richtung Osten, Todesdatum unbekannt.

Paula Krauskopf, geb. Kahn, *17.06.1899, deportiert 1942, Richtung Osten, Todesdatum unbekannt.

Harry Kahn, * 22.01.1920, verhaftet 1938, Buchenwald, Flucht nach Frankreich, interniert in Drancy, deportiert 1942, Auschwitz, ermordet.

Rieke Kahn

Rieke Kahn, geb. Fränkel, war die Frau des Viehhändlers Salomon Kahn (Familienliste Nr. 133), der im Volksmund „Kuh-Kahn“ genannt wurde. Familie Kahn wohnte im Neuweg 1. Salomon Kahn war bereits 1915 im Alter von 54 Jahren verstorben. Sein Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof in der Hugo-Loersch-Straße. Rieke Kahn muss Ingelheim vor 1939 verlassen haben. Sie flüchtete nach Paris. Ihre Tochter Elisabetha Langstädter verkaufte im Januar 1939 ihr Elternhaus im Neuweg 1 an Familie Winternheimer. (Ingelheimer Zeitung vom 25. Januar 1939, Stadtarchiv Ingelheim am Rhein). Mehrere Familienmitglieder hielten sich bereits in Frankreich auf: ihr Sohn Harry Kahn und ihre Enkelin Lotte Krauskopf, Tochter von Leo und Paula Krauskopf. Die 73-Jährige Rieke Kahn nahm sich in Paris das Leben. Sie wird nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Paris im Mai 1940 keinen Ausweg mehr gesehen haben.

Leo und Paula Krauskopf

Paula Krauskopf geb. Kahn (Familienliste Nr. 150), geb. am 17. Juni 1899 in Ober-Ingelheim, war die jüngere Schwester von Elisabetha Langstädter. Sie heiratete am 4. Mai 1921 in Ober-Ingelheim Leo(pold) Krauskopf, geb. am 25. Dezember 1895 in Bödigheim/Odenwald. Er war Verwalter des jüdischen Friedhofs Mainz, Untere Zahlbacher Straße 11. Wahrscheinlich lebte das Ehepaar zunächst in Ober-Ingelheim. Ihre Tochter Lotte wurde 1922 hier geboren.

Paula und Leo Krauskopf wurden zusammen mit ihrem Schwager Louis Ludwig und ihrer Schwägerin Elisabetha Langstädter am 30. September 1942 ins Generalgouvernement/Polen deportiert. Seither werden sie vermisst. Sie wurden wahrscheinlich im Vernichtungslager Treblinka ermordet.

Die Tochter Lotte überlebte

Lotte Krauskopf, die Tochter von Paula und Leo Krauskopf, wurde am 8. April 1922 in Ober-Ingelheim geboren. Es ist nicht bekannt, wann und wie sie Deutschland verlassen konnte. Sie überlebte in Frankreich, heiratete dort einen Herrn Schmaus. Sie bekamen einen Sohn namens Patrice Schmaus. Sie lebte zunächst in Südfrankreich und später in Paris. Dort verstarb sie 1998. Ihr Ehemann und ihr Sohn lebten 2000 noch in Paris (Angaben von Hans-Georg Meyer, der Patrice Schmaus im Jahr 2000 in Frankfurt/M. begegnete).

Harry Kahn, Neuweg 1

Marx Harry Heinrich Kahn (Familienliste Nr. 133), Harry gerufen, geb. am 30. Juli 1900 in Ober-Ingelheim, war der jüngste Bruder von Elisabetha Langstädter. Seine Schulkameraden verballhornten seinen Namen in „Hering“, bzw. „Kuh-Hering“, weil er der Sohn vom „Kuh-Kahn“ dem Viehhändler Salomon Kahn war. (Vgl. Meyer 1998, S. 204, Heinrich A. Herbert: Ingelheimer Lesebuch, Ingelheim 1992, S.110). Er litt unter epileptischen Anfällen. Er zog 1916 nach Nürnberg, später nach Paris. Er wurde im Gefangenenlager Drancy 20 km nordöstlich von Paris interniert und von dort mit dem Transport Nr. 7 am 19. Juli 1942 weiter nach Auschwitz deportiert. Dort wurde er wahrscheinlich ermordet.

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