Biography of Ernst Friedrich Beurer
In Stetten im Remstal wurden Behinderte mit den sogenannten Stettener Transporten 1940 nach Grafeneck gebracht und dort vergast. Eines dieser Opfer der Nazis aus der Anstalt Stetten war Ernst Friedrich Beurer. Die insgesamt sechs Transporte fanden am 10., 13. und 18. September, sowie am 5., 12. und 28. November 1940 statt.
Ernst Friedrich Beurer stammte aus einer alten Wengerterfamilie, Weingärtner, die seit Jahrhunderten in Stetten ansässig sind. Er war das erste Kind von Ernst Christian Beurer und dessen Frau Luise Christiane. Das Ehepaar Beurer hatte drei Kinder. Die Familie gehörte den Adventisten an.
Ernst Friedrich wurde als gesundes Kind geboren, bekam aber noch im Kindesalter eine Krankheit, die seine darauffolgende Behinderung verursachte. Welche Krankheit es genau war, weiß man nicht. Anfangs konnte er noch sprechen und laufen, doch später nicht mehr. Nach Auskunft seiner Verwandten war er sowohl geistig als körperlich behindert.
Am 2. November 1931 kam Ernst Friedrich Beurer in die Anstalt Stetten. Sein Zustand verschlechterte sich, so dass er schließlich 1934 in die Zweigeinrichtung Rommelshausen verlegt wurde.
Mit dem ersten der berüchtigten Stettener Transporte kam Ernst Friedrich Beurer am 10. September 1940 von Rommelshausen nach Grafeneck. Er wurde noch am Tag seiner Ankunft in Grafeneck vergast. Sein Vater erhielt eine Mitteilung, er sei an einer Lungenentzündung gestorben und auf dem Pragfriedhof beerdigt. Das Grab wurde nie gefunden.
Gedenken mit 403 Stühlen
Anlässlich des Jahrestages der Deportationen nach Grafeneck wurde im Jahr 2010 bei einer Gedenkaktion der Opfer gedacht. Damals wurden 403 Stühle mit Hussen überzogen. Sie bildeten eine Linie von der Evangelischen Kirche bis zur Diakonie. Von dort wurden damals die Behinderten deportiert. Der aufgedruckte Text wurde von einer Verwandten von Ernst Friedrich Beurer gestaltet. Es handelt sich dabei um Auszüge aus seiner Krankenakte:
Ernst Beurer 1900 – 1940 Stetten im Remstal
Er wurde zuhause stets angebunden, nur dass seine Mutter ihren häuslichen Arbeiten halbwegs nachkommen konnte. Dabei geschah es doch eines Tages, trotz aller Vorsicht der Eltern, dass sich Ernst am ganzen Leib verbrühte, für Ernstles Mutter war das Anlass zur Unterbringung in der Anstalt gewesen.
Wenn er im Park spazieren geht liest er Blätter auf und zerrupft sie in lauter kleine Stücke.
Er kann im Hockesitz längere Zeit und anhaltend den gleichen Ton singen und dabei an Stühlen, Bettgestellen und Geländer den Takt dazu schlagen, aber plötzlich hört er auf und rennt auf die Terrasse und im Gang umher, kaum zum Aushalten.
Er beschnuppert alles das was bei ihm den Anschein erweckt, dass es zum Essen wäre.
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Oswald Link (Stetten im Remstal)500 m
Margit Oppenheimer (Esslingen)4.7 km
Max Helfer (Stuttgart)5.5 km
René Billet (Fellbach)7.5 km
Marcel Couasnard (Fellbach)7.6 km
Friedrich Enchelmayer (Stuttgart)8.1 km
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