Biography of Alfred Herbst
Alfred Herbst wird am 15.Dezember 1906 in Schriesheim bei Heidelberg geboren. Seine Eltern sind überzeugte Christen und gehören der kleinen örtlichen Baptistengemeinde an, der Alfred nach seiner Taufe mit 16 Jahren ebenfalls beitritt.
Mit 14 Jahren beginnt Alfred eine Ausbildung zum Chirurgie-Mechaniker in Heidelberg, die er erfolgreich abschließt. Ab 1927, arbeitet er als Monteur bei der Firma „Gas und Wasser Stuttgart KG“.
In dieser Zeit schließt er sich der Stuttgarter Baptistengemeinde an. In deren Gemeindechor lernt er Elise Petershans aus Endersbach kennen und lieben. 1935 heiraten sie im elterlichen Haus, wo sie zukünftig auch leben. Das einzige Kind, Tochter Sonja, wird am 01. Januar 1936 geboren. Alfred ist ein liebevoller Ehemann und Vater. Seine Leidenschaft für Gott, die Natur und das gemeinsame Musizieren verbindet und bereichert die kleine Familie.
Alfred Herbst ist überzeugter Gegner des Nationalsozialismus. Er verweigert den Hitler-Gruß und das Aushängen der Hakenkreuzfahne. Er begründet das aus seinem Glauben heraus. Die Baptistengemeinde in Stuttgart verlässt er bereits 1930 wegen deren fehlender Abgrenzung zum Nationalsozialismus. Im Haus der Familie in Endersbach finden nun geheime Bibel- und Gebetstreffen statt, die von der Gestapo überwacht werden. Es kommt zu Hausdurchsuchungen.
Mit Beginn des Krieges wird auch Alfred Herbst für den Wehrdienst erfasst. Bis 1943 kann sein Arbeitgeber jedoch die Einberufung verhindern, da die nach den Bombenangriffen laufend erforderliche Instandsetzungsarbeit an den Bahnhöfen „kriegswichtig“ ist. Dennoch erhält Alfred Herbst am 23.03.1943 schließlich den Bescheid über die Einberufung zur Wehrmacht. Er tritt an, verweigert jedoch Wehrdienst und Fahneneid. Er wird inhaftiert.
In zahlreichen Verhören bekräftigt er seine Einstellung und alle Versuche ihn umzustimmen sind vergeblich. Das Reichskriegsgericht verurteilt ihn am 25.06.1943 wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode, zum Verlust der Wehrwürdigkeit und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte.
Am 20.07.1943 wird Alfred Herbst überstellt in das Zuchthaus Brandenburg-Görden. Dort wird er durch das Fallbeil hingerichtet.
In den Tagen zwischen der Verurteilung und der Hinrichtung verfasst Alfred Herbst das Gedicht „Wahrheit“. Die von ihm während der Haftzeit geschriebenen Briefe an seine Frau Elise und Tochter Sonja wurden als „Letzte Briefe eines Wehrdienstverweigerers 1943“ veröffentlicht.
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