Biography of Alfred Bucher
Braustr. /Ecke Karl-Liebknechtstr. - (Kabarett „Litfaßsäule“) – Hier arbeitete Alfred Bucher
Alfred Bucher wurde am 26.01.1898 in Trebsen bei Leipzig geboren. Kurz nach seinem Abitur wurde er 1916 zum Militärdienst rekrutiert. Seine Kriegserlebnisse politisierten ihn und nach dem Krieg begann er ein Studium an der Akademie der Künste in Dresden. Bucher wollte Schauspieler werden und traf in Dresden auf Künstlerinnen wie Lea Grundig und Gret Palucca.
Wann Alfred Bucher nach Leipzig kam ist nicht bekannt. Ebenso wenig ist bisher bekannt, wo er in Leipzig wohnte. Daher die Entscheidung einen STOLPERSTEIN vor seiner Wirkungsstätte, dem politisch-literarischen Kabarett „Litfaßsäule“, zu verlegen. Auf dem ehemaligen Brauereigelände (heute: Kunst- und Gewerbegenossenschaft Feinkost eG) gründete sich 1930 diese linksliberale Bühne mit der Adresse Braustraße 28. Bekannte Autoren wie Erich Kästner und Berthold Brecht schrieben für das Projekt. In ihren Programmen wendeten sich die Künstlerinnen und Künstler gegen Rassenhass und dem Anwachsen des Nationalsozialismus. Dafür schrieb auch Alfred Bucher Texte.
Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurde das Kabarett bereits im Februar 1933 geschlossen.
Alfred Bucher emigrierte im November 1933 nach Frankreich. Hier lernte er u.a. die Schauspielerin Steffi Spira kennen, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Günther Ruschin 1934 in Paris das Kabarett „Die Laterne“ gründete. Es ist gut möglich, dass Alfred Bucher sich der kritischen Exilkunst-Szene anschloss.
In Paris heiratete er im Januar 1935 Brigitte Staberow (Jg. 1911, Dresden). Sie überlebte wie ihre gemeinsame Tochter Anita Bucher den Krieg.
Als 1936 in Spanien das Militär gegen die sozialistische Republik putschte und damit einen Bürgerkrieg auslöste, entstanden die Internationalen Brigaden zur Verteidigung der Demokratie. Alfred Bucher ging nach Spanien und beteiligte sich an diesem militärischen Kampf. Über seine Erlebnisse ist nichts bekannt. Nach dem Sieg der spanischen Faschisten mit Hilfe der Achsenmächte Deutschland und Italien floh Alfred Bucher 1938/39 zurück nach Frankreich. Er blieb in Südfrankreich.
Mit der deutschen Besetzung Frankreichs 1940 und der Teilung des Landes beteiligte sich Alfred Bucher am Widerstand gegen das kollaborierende Vichy-Regime in Südfrankreich, in dem er der Résistance Informationen zuarbeitete. Nach der deutschen Besetzung des südlichen Landesteils im November 1942 beteiligte sich Alfred Bucher ab April 1943 auch am militärischen Widerstand gegen Deutschland innerhalb der Résistance. Sein „letztes Gefecht“ ist durch „Le Maitron Dictionnaire Biographique“ (Le Maitron – Biografisches Lexikon der Ermordeten 1940-1944) gut dokumentiert. Demnach versteckte sich seine Gruppe im April / Mai 1944 auf der dünn besiedelten Hochebene Causse Méjean in dem kleinen Ort La Parade in Südfrankreich. Nachdem deutsche Truppen die Gegend eingenommen hatten, erschossen sie am 28. Mai 1944 beim „Massaker von La Parade“ 34 Mitglieder der Résistance aus Frankreich, Spanien, Deutschland, Österreich und Belgien - darunter Alfred Bucher (46 Jahre).
Recherchen: Helena Hummelsheim – Komplexe Lernleistung 2024 am Gymnasiums Engelsdorf
Patenschaft: Erich-Zeigner-Haus e.V.
Media
Photos
Free thanks to your help
This biography is free to read. If you like the Stolpersteine Guide, we would be glad of a small contribution.
Thanks to Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein and 6 more.Stolpersteine nearby
Berta Kruszynski160 m
Israel Dejong220 m
Lilli Schüftan240 m
Alte Suwalski260 m
Else Behrmann350 m
Wilhelmine Bohmann370 m
Sources & Imprint
https://www.stolpersteine-leipzig.de
stolpersteine@archiv-buergerbewegung.de
Tel: 0341/3065175
Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.
Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Evangelisch-Lutherischer Kirchenbezirk Leipzig
Ephraim-Carlebach-Stiftung
Bürgerkomitee e.V.
Erich-Zeigner-Haus e.V.