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Walter Nochum Cohen

Biography of Walter Nochum Cohen

An dieser Stelle wohnte in einem Bauernhaus die Familie Cohen. Der Familienvater Mozes Cohen (geboren am 8.11.1875 Oude Pekala) betrieb hier einen Viehhandel und eine Schlachterei, er hatte die Lizenz für rituelle Schlachtungen.
Mozes Cohen war verheiratet mit Klara Cohen. Sie erblickte das Licht der Welt am 30.12.1880 in Stralsund. Das Ehepaar hatte zwei Kinder. Der Sohn Walter Nochum Cohen wurde am 13. September 1910 geboren, seine ältere Schwester Bianka am 6. November 1906.
Das Unheil brach bereits früh über die Familie ein. Anfang der 1930er Jahre plante die Gemeinde Rhauderfehn eine Straßenverbreiterung, da sich hier nur ein Sandweg befand. Das Haus der Cohens stand für diese Baumaßnahme im Weg und sollte daher gekauft werden. Mozes Cohen wollte dies jedoch nicht abgeben. Als die Nationalsozialisten ab 1933 an der Macht waren, drohte man ihm ein Enteignungsverfahren an. Am 3. Februar 1934 gab Mozes Cohen nach und verkaufte an die Gemeinde. Noch am selben Nachmittag – einem Sabbat – erhängte sich Cohen auf dem Dachboden des Hauses. Er wurde nur 58 Jahre alt.
Walter Nochum Cohen führte die Geschäfte, soweit dies möglich war, weiter. Seine Braut Mimi Rull durfte er nicht heiraten, da sie nicht Jüdin war.
Bis 1938 blieb er in Rhauderfehn, ehe er ins niederländische Emmen zog. Dahin war seine Mutter bereits im September 1937 gezogen, wo sie vermutlich auch starb. Nach der Besetzung der Niederlande im Jahre 1940 wurde Walter Cohen ins Lager Westerbork gebracht und ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo er am 30. September 1942 starb.
Seine Schwester Bianka und deren Mann wurden nur wenige Tage später, am 12. Oktober 1942, in Auschwitz umgebracht. Bianka Cohen war bereits vor 1933 nach Aurich gezogen. 1933 emigrierte sie ins niederländische Enschede, von wo sie später ins Lager Westerbork gebracht und anschließend nach Auschwitz deportiert wurde.
Wenngleich Walter Nochum Cohen derjenige war, der am längsten in Rhauderfehn lebte, so sind alle vier Familienmitglieder gleichermaßen Opfer des NS-Regimes geworden.

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Albrecht-Weinberg-Gymnasium Rhauderfehn

Die Ausarbeitungen zu den Stolpersteinen in Rhauderfehn sind im Zuge der Teilnahme des Albrecht-Weinberg-Gymnasiums Rhauderfehn am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2024/ 25 entstanden.

Fotos: Privat
Texte: Bernd-Volker Brahms
Vertonung: Lia Meyer, Lilli Hofmayer, Marie Starke mit Björn Andresen
Website: Jan Steenblock
Idee, Layout und Umsetzung: Ben Rauskam, Bente Bolewski, Erik Schüffler mit Anke Chudzinski-Schubert und Lilli Würdemann

Wir danken der Gemeinde Rhauderfehn für Ihre Unterstützung!