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Familie Nussenbaum

Biography of Doris Nussenbaum, Isidor Nussenbaum and 5 more

Samuel Abraham Nussenbaum wurde am 02.06.1893 in Ostrowiec geboren.
Er war Textilkaufmann und lebte in der Zeit der NS-Verfolgung primär in sogenannten "Judenhäusern". Im Zuge der "Reichspogromnacht" am 10.11.1938 tauchte Samuel für mehrere Wochen unter. Kurz darauf wurde er aus dem Handelsregister seiner Stadt gestrichen, da er Jude war. Im September 1939 wurde er als staatloser, ehemals polnischer Staatsbürger inhaftiert und nach Buchenwald gebracht. Später leistete er auch Zwangsarbeit in einer Dresdner Zementfabrik. Am 19.01.1942 wurde er verhaftet und wenige Tage später ins KZ Riga gebracht. Über die Jahre hinweg wird er immer wechselhafter in verschiedene Konzentrationslager gebracht:
So war Samuel im März 1942 ins KZ Salaspils gebracht worden, nur um im Sommer desselben Jahres wieder zurück ins KZ Riga zu gelangen. Im November 1943 kam er zum Heeresdepot/Armeebekleidungsamt (ABA) bei Riga. Am 04.08.1944 wurde er schließlich ins KZ Stutthof gebracht (Häftlingsnummer: 55413). Er wurde in ein Außenlager von Stutthof verlegt und fand seinen Tod letztendlich auf See am 05.01.1945 - Ein Schiff voller Häftlinge, auf dem er sich befand, wurde bei der Ostsee versenkt.

Doris Nussenbaum wurde am 19.04.1930 in Bautzen geboren. 1936 wurde sie von der "Pestalozzischule" verwiesen und ging ab 1940 an eine jüdische Schule in Dresden. Am 19.01.1942 wurde sie verhaftet und wenige Tage später ins KZ Riga gebracht. Im November 1943 kam sie ins Heeresdepot/Armeebekleidungsamt (ABA) bei Riga und wurde am 04.08.1944 ins KZ Stutthof gebracht (Häftlingsnummer: 54977). Doris verstarb im Januar/Februar 1945 im KZ Stutthof.

Heinrich Nussenbaum wurde am 16.01.1922 in Bautzen geboren. Von 1931-36 besuchte er die Jüdische Rehdinger Volksschule in Breslau. 1937 konnte er dank der Hebrew Immigration Aid Society (HIAS) in die USA emigrieren. In Rochester, New York ging Heinrich auf eine Highschool und später dann auf das "Rochester Institute of Technologie". Am 06.10.1942 trat er in die U.S. Army (Atillerie und Militärischer Nachrichtendienst) ein und wurde im Zweiten Weltkrieg in ganz Europa eingesetzt. Zurück in den USA begann er ein Jurastudium an der University of Miami in Coral Gables. Bis 1953 war Heinrich noch in der Reserve der US-Streitkräfte tätig. Ab 1952 begann er die Arbeit als Rechtsanwalt mit einer eigenen Kanzlei in Miami. Dort starb er am 06.05.2012.

Isidor Nussenbaum wurde am 02.10.1927 in Bautzen geboren. 1938 wurde er von der "Pestalozzischule" verwiesen und ging bis November 1936 auf die Jüdische Rehdinger Volksschule in Breslau. Später besuchte er dann die Jüdische Schule in Dresden, wobei er am 19.01.1942 verhaftet und ins KZ Riga gebracht wird. Bis zu seiner Befreiung durchläuft er verschiedene KZs bis 1945: So wird er im Sommer 1943 ins KZ Riga-Kaiserwald gebracht und im Herbst desselben Jahres ins KZ Spilve. Im September 1944 geht es für Isidor zurück ins KZ Riga-Kaiserwald. Am 01.10.1944 wird er ins KZ Stutthof überliefert (Häftlingsnummer: 96303) und einen Monat später dann in das KZ Burggraben (Kokoszki) gebracht. Isidor folgte dem sogenannten "Todesmarsch" am 10.02.1945 nach Rieben bei Lauenburg (Pommern). Einen Monat später kam es zur Befreiung bei Rieben durch russische Truppen. Im April 1945 tritt er dann in die rote Armee ein (Infanterieausbildung und "Strafkompanie" in Frontnähe bei Küstrin). Isidor kehrt im November desselben Jahres nach Bautzen zurück und befindet sich im Frühjahr 1946 im Auffanglager ("Displaced Person", DP-Camp der Welthilfsorganisation UNRRA) in Berlin-Schlachtensee. Er emigriert am 15.06.1948 in die USA und beginnt dort seinen Militärdienst bei der U.S. Army, wobei er auch im Korea-Krieg eingesetzt wird. Danach nimmt er ein Ingenieursstudium für Maschinenbau in Miami auf und arbeitet später in der Raumfahrtindustrie in den USA und Israel.
Isidor starb am 09.02.2012 in Irvine, Kalifornien.

Max Jakob Nussenbaum wurde am 20.06.1924 in Bautzen geboren. Von 1931 bis 1936 besuchte er die Jüdische Rehdinger Schule in Breslau. 1938 beginnt er dann seine Lehre in der Bosch-AG in Bautzen. Im August 1939 kann er mithilfe der Hebrew Immigration Aid Society (HIAS) und dem Jewish Children's Bureau in die USA, New York emigrieren. Max tritt in die U.S. Army im Februar 1943 ein als Fallschirmjäger und Angestellter der US-Militärverwaltung. Er wird 1944/45 im Zweiten Weltkrieg in Europa eingesetzt. Danach besucht er die Ohio University mit einem Bachelor of Arts und beginnt ein Jurastudium an der University of Miami in Coral Gables. Später setzte er seine militärische Laufbahn fort und nahm am Korea-Krieg und Vietnam-Krieg teil.
Max wurde in das Judge Advocate General's Corp (oberste Justizinstanz der US-Streitkräfte) berufen und arbeitete später als Dozent für Recht und internationales Recht an der United States Military Academy. Im April 1973 wird er aus dem Militärdienst in den Ruhestand verabschiedet. Danach nahm er die Arbeit als Rechtsanwalt in einer Bank in Miami auf und starb schlussendlich am 20.06.1924 in Delray Beach, Florida.

Regina Nussenbaum (geb. Zweig) wurde am 02.04.1898 in Peczenizyn geboren. 1939 wurde sie aus dem Handelsregister der Stadt gestrichen, da sie Jüdin war. Am 19.01.1942 wurde sie verhaftet und wenige Tage später nach Riga gebracht. Im November 1943 kommt sie ins Heeresdepot(Armeebekleidungsamt (ABA) bei Riga, wobei sie dann am 08.04.1944 ins KZ Stutthof gebracht wurde (Häftlingsnummer: 54976). Dort starb sie im Januar 1945.

Siegfried Nussenbaum wurde am 01.12.1925 in Bautzen geboren. Er wurde am 19.01.1942 verhaftet und wenige Tage später nach Riga gebracht. Er durchlebt mehrere Standorte: so wurde er schon im März 1942 ins KZ Salaspils übermittelt und im Sommer desselben Jahres nach Spilve gebracht. Im September 1944 kommt er in das KZ Riga-Kaiserwald und am 01.10.1944 in das KZ Stutthof (Häftlingsnummer: 96304). Im November 1944 kommt er nach Burggraben (Kokoszki) und wird unfreiwilliger Mitläufer am "Todesmarsch" am 10.02.1945 nach Rieben bei Lauenburg (Pommern). Einen Monat später kommt es zur Befreiung in Rieben durch russische Truppen. Leider erleidet Siegfried eine tödliche Verletzung durch einen Soldaten der Roten Armee und erliegt dieser am 21.03.1945.

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Bautzen, 29. Juli 2024