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Weitz, Familie

Biography of Moritz, Rosa and Edith Weitz

Nordstr. 27a (Durchgang zum Innenhof) - ehem. Eberhardtstr. 12
Familie Weitz

Moritz Weitz wurde am 8.2.1910 in Leipzig geboren. Er war in der Pelzbranche beschäftigt. Im Jahr 1935 heiratete er Rosa Goldenberg (*19.6.1918 in Leipzig). Am 12.5.1935 kam ihre Tochter Edith zur Welt.
Obwohl in Leipzig geboren, besaß Moritz die polnische Staatsbürgerschaft, die automatisch auf die Familienmitglieder überging. Als am 28. Oktober 1938 deutschlandweit tausende jüdische Menschen mit polnischem Pass nach Polen abgeschoben wurden (sog. „Polenaktion“), war auch die junge Familie Weitz betroffen und sie kam in Krakau unter. Ein Dokument der deutschen Besatzungsbehörden aus Krakau aus dem Jahre 1940 verzeichnet Moritz als Zwangsarbeiter für die Anfertigung von „Militärwachpelzen“, was durchaus mit seinem Beruf des Kürschners korrespondiert. Ab März 1941 musste die Familie in das neu errichtete Ghetto für Juden und Jüdinnen in Krakau umziehen.
Im Jahr 1943 verliert sich die Spur von Moritz Weitz (33 Jahre). Laut einem Dokument, das die SS im Jahr 1944 bei der Registrierung seiner Ehefrau Rosa Weitz in einem Konzentrationslager anfertigte, verstarb Moritz im Jahr 1943 in Krakau. Die genaueren Umstände seines Todes sind bis heute nicht bekannt.
Rosa und ihre Tochter Edith wurden im Zuge der Auflösung des Ghettos vermutlich Anfang 1943 zunächst in das KZ Plasźow gebracht. Von dort aus wurden sie im selben Jahr in ein Arbeitslager für Jüdinnen und Juden nach Skarżysko-Kamienna deportiert, das von dem Leipziger Rüstungs- und Munitionsproduzent Hugo-Scheider AG (HASAG) betrieben wurde. Mit dem Vorrücken der Sowjetarmee löste die HASAG dieses Arbeitslager auf. Rosa und Edith wurden am 4.8.1944 zusammen mit 1.271 anderen jüdischen Frauen, Mädchen und Kindern von Skarżysko-Kamienna in das KZ „HASAG Leipzig“, ein Außenlager des KZ Buchenwald, zum Produktionsstandort der HASAG nach Leipzig verlegt. Dort wurden die beiden jedoch zusammen mit anderen jüdischen Müttern und Kindern nach nur zwei Wochen am 28.8.1944 von der SS als „arbeitsunfähig“ in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dort wurden Rosa Weitz (26 Jahre) und ihre Tochter Edith (9 Jahre) vermutlich bereits am Folgetag ermordet.

Recherchen: Anja Kruse (Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig), Torsten Lenz (Arwed-Rossbach Schule)

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