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Kasernenstr. 8: Hermann Blank

Biography of Blank Hermann

Hermann Blank wird 1875 in Bühl als Sohn des „Hausierers“ Jakob Blank
und seiner Ehefrau Rosalia geb. Straßburg geboren. 1899 ehelicht er Ka-
tharina Elmer, die evangelisch ist und konvertiert zum Christentum.
Als Kriegsfreiwilliger des 1. Weltkrieges wird er während
des gesamten Verlaufes von 1914 bis 1918 als Sanitäter
und Krankenträger eingesetzt, der die verletzten Kamera-
den aus der Gefechtslinie holt. Dafür wird ihm auch das
„Kriegshilfskreuz mit Eichenkranz“ verliehen.
Nach dem Krieg arbeitet er im städtischen Krankenhaus
Kehl als „Desinfektor“ im Hygienebereich, er wohnt mit
seiner Frau nebenan in der Färberstraße. Sofort nach der
Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wird
er von der Stadtverwaltung unter dem NS-Bürgermeister
und Ortsgruppenleiter Alfred Held entlassen.
Der Übertritt zur evangelischen Religionsgemeinschaft bewahrt ihn nicht
vor der Entrechtung, er bleibt amtlich und aktenkundig „Jude“. Dem
Ehepaar wird die Wohnung in der Färberstraße aus rassischen Gründen
gekündigt. Sie finden in die Rötzstraße 12 eine Unterkunft, wo sie bis
1943 wohnen. Mehrfach wird auf Katharina Blank starken Druck ausgeübt,
sich von ihm scheiden zu lassen.
Doch sie verlässt ihren Ehemann nicht, die sogenannte Mischehe be-
wahrt Hermann Blank vorläufig vor Verfolgung und Deportation. Ab 1941
muss er den „Judenstern“ tragen und zieht auch vorübergehend nach
Karlsruhe.
Im Dezember 1943 stirbt Katharina Blank. Hermann kommt für eine ge-
wisse Zeit bei seiner Nichte Klara in der Kasernenstraße 8 unter. Dann ver-
zieht er nach Stuttgart, wo er im Januar 1944 von der Gestapo abgeholt
wird, um nach Theresienstadt deportiert zu werden (Transport XII/4).
Von dort deportierten ihn die Nazischergen nach Auschwitz, wo er so-
gleich am 16. Mai 1944 in der Gaskammer ermordet wurde.

Inschrift:

HIER WOHNTE
HERMANN BLANK
JG. 1875
DEPORTIERT 1944
THERESIENSTADT
ERMORDET 16.5.1944
IN AUSCHWITZ

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