Biography of Clara Gita Meyer
Clara Gita Mayer wurde am 19. Juli 1885 in Rotenburg geboren. Sie war das älteste Kind von Meier und Lina Rothschild. Ihre Wiege stand in dem Haus Steinweg 24.
Clara heiratete am 8.8.1909 den Kaufmann Bernhard Mayer aus Einbeck, wo das Ehepaar sich auch niederließ. Aber schon sechs Monate später, am 23.2. 1910, starb Bernhard Mayer. Am 5.6. 1910 kam der Sohn (Foto S. 55) zur Welt, dem die Mutter den Vornamen seines verstorbenen Vaters gab.
Mutter und Sohn verbrachten die folgenden Jahre in Rotenburg, ehe Bernhard 1928 nach Hildesheim ging. 1936 gelang ihm die Ausreise in die USA. Dort heiratete er die aus Langen stammende Ilse Strauß.
Das Lager Wartekuppe in Niederzwehren, ab 27.1.1942 Claras letzte Kasseler Unterkunft (zusammen mit ihrer Mutter), war 1939 für polnische Kriegsgefangene eingerichtet worden. 1940 war dann eine der Baracken, deren Wände aus einfach zusammengefügten Brettern bestanden, die weder Kälte noch Zugluft abhielten, für Juden freigemacht worden.
Clara Mayer stand bereits auf der Liste der Juden des Regierungsbezirks, die am 9.12.1941 als 1. Gruppe von Kassel aus im Zug mit der Nummer "Da 57" in das Ghetto Riga deportiert wurden. Es ist unklar, warum sie zurückblieb. Ihre tatsächliche Deportation erfolgte dann mit dem 2. Massentransport nordhessischer Juden (insges. 508) am 1. Juni 1942. 99 kamen aus Kassel, 45 aus dem Kreis Rotenburg. Die Kinder, älteren Männer und Frauen wurden in das Vernichtungslager Sobibór geschafft und ausnahmslos sofort nach ihrer Ankunft in die Gaskammern getrieben. Keiner der von Kassel nach Sobibór Deportierten hat überlebt.
Der Holländer Jules Schelves, einer der wenigen Überlebenden, hat Details überliefert. Danach mussten die Opfer gleich nach ihrer Ankunft Geld und Wertsachen abgeben und sich ihrer Kleidung entledigen. Unter dem Vorwand, sie sollten duschen, wurden sie durch den "Schlauch", einen etwa 200 m langen, von Elektrozäunen begrenzten und mit Zweigen getarnten Gang in das "Bad" geführt, das in Wirklichkeit eine Gaskammer war. Daraufhin leiteten die Täter die Kohlenmonoxyd-Abgase eines Dieselmotors in die Kammer. Die Leichen wurden in Massengräbern im Wald verscharrt, ab Sommer 1942 verbrannt.
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Bertha Katz< 10 m
Lina Rothschild< 10 m
Herta Meyer30 m
Julius Flörsheim120 m
Elka Kaufmann140 m
Hanna Speier230 m
Sources & Imprint
Förderkreis Ehemaliges Jüdisches Ritualbad / Jüdisches Museum Rotenburg
Dr. Heinrich Nuhn
Lärchenweg 2
36199 Rotenburg an der Fulda
Telefon: 06623 2482
E-Mail: h.i.nuhn@gmx.de
Mitarbeit: Karl-Heinz Riemenschneider