Biography of Fanny and Hermann Linz
Hermann Linz wurde am 10. Oktober 1878 in Rotenburg geboren, als Sohn von „Handelsmann“ Susmann Geisel Linz und Sophie geb. Speier. Am 22. Januar 1914 heiratete er die aus Frielendorf stammende Fanny Plaut, dort geboren am 2. Mai 1892. Ihre Eltern Abraham und Rosa Plaut besaßen in Frielendorf am Steinweg 16 ein eigenes Haus.
Wie Hermann Linz‘ Vorfahren über mehrere Generationen in Rotenburg ansässig gewesen waren, so reichte auch der Stammbaum der Frielendorfer Plauts weit zurück. Fannys Urahn Haune Plaut (1766-1833) soll der erste kurhessische jüdische Soldat gewesen sein, der Fürst habe ihn ob seiner hünenhaften Erscheinung spontan in sei-ne Armee berufen.
Hermann Linz übernahm die von seinem Vater Susmann Linz in der Breitenstr. 17 betriebene Getreide- und Mehlhandlung und erweiterte sie 1930 durch eine Kaffeerösterei. Durch den Besuch eines Seminars in Hamburg war er zum Experten im Kaffeerösten geworden. „Bei uns gab es den besten Kaffee“, so seine Tochter Sophie noch 70 Jahre später. Den älteren Rotenburgern blieb die im Schaufenster platzierte Kaffeeröstmaschine (Foto S. 19) lebhaft in Erinnerung. Die Geschäfts- und Wohnräume im Haus Linz wurden bei den antijüdischen Krawallen im November 1938 brutal zerstört.
Tochter Sophie, geb. 20. April 1916, im Foto in der linken Spalte als Einjährige (links) mit ihrem Bruder Joseph Erwin, geb. 10.11.1914, konnte sich 1939 nach England retten, wo sie zur Krankenschwester (Foto linke Spalte) ausgebildet wurde. In San Francisco heiratete sie den Rechtsanwalt Rosenfeld. Zweimal besuchte sie nach dem Krieg ihre Heimatstadt.
Ihre Lebensgeschichte und die ihrer Familie hielt sie auf Band fest, das über www.hassia-judaica.de zugänglich ist. Ihr Bruder Joseph Erwin erhielt im Sommer 1936 die Einreisepapiere nach Palästina, nachdem er eine landwirtschaftliche Ausbildung absolviert hatte. Den Eltern blieb die Rettung verwehrt. Nachdem sie im November 1938 aus Rotenburg geflüchtet waren, hatten sie im Frankfurter Nordwesten (Adresse im Mai 1939: Körnerwiese 10) eine vor-übergehende Bleibe gefunden, die aber 1942 mit der Deportation ins Ghetto Theresienstadt ihr abruptes Ende fand.
Wie Tochter Sophie berichtete, konnten sich die Eltern das Lagerleben im Ghetto Theresienstadt dadurch etwas erträglicher gestalten, dass der Vater in der Lagerbäckerei arbeitete und die Mutter sich als Näherin nützlich machte. Im Laufe des Jahres 1944 wurden dann aber beide nach Auschwitz verschleppt und dort ins Gas geschickt.
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Paula Pauline Plaut10 m
Jettchen Gans30 m
Leopold Neuhaus70 m
Hanna Speier90 m
Dina Falkenstein90 m
Bertha Wally Sommer110 m
Sources & Imprint
Förderkreis Ehemaliges Jüdisches Ritualbad / Jüdisches Museum Rotenburg
Dr. Heinrich Nuhn
Lärchenweg 2
36199 Rotenburg an der Fulda
Telefon: 06623 2482
E-Mail: h.i.nuhn@gmx.de
Mitarbeit: Karl-Heinz Riemenschneider