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Clemens Högg

Biography of Clemens Högg

Clemens Högg wurde am 20. November 1880 im württembergischen Bad Wurzach geboren und erlernte das Schmiedehandwerk. Noch während der Lehre trat er der Gewerkschaft und der SPD bei. 1911 gründete er die Neu-Ulmer SPD als selbständige Sektion.
Am 5.7.1913 heirate er in Ulm Rosa Krözinger (*14.4.1887, †1955) die Paula (*1910, †2002) mit in die Ehe brachte. Die weiteren Kinder waren (Clemens *1920 †1940, August *1922, Rudolf *1926)
1916/17 leistete er Arbeitsdienst bei der Firma MAN in Augsburg. Von 1919 bis 1920 war er Bürgermeister von Neu-Ulm und für die Sozialdemokraten im bayer. Landtag. Er engagierte sich besonders für die Sozial- und Agrarpolitik, da diese für ärmere Sozialschichten „über-lebenswichtig“ seien. Clemens Högg war einer der wenigen Politiker, die während der ganzen Weimarer Republik ihr Landtagsmandat behaupten konnten.
1922 gründete er mit anderen die Neu-Ulmer und Augsburger Arbeiterwohlfahrt. Wichtig waren ihm Kindererholung, Armenunterstützung und Frauenarbeit, wofür er einen Rechtsanspruch auf Unterstützung einforderte. In Not geratene Menschen sollten nicht von Betteln und Bitten und der Wohltätigkeit abhängig werden.
Im gleichen Jahr zog er mit seiner Familie nach Augsburg, in der er bereits seit 1919 politisch aktiv war, da ihm die SPD Augsburg die Stelle als Generalssekretär für Schwaben angeboten hatte.
1920 wurde er zum stellvertretenden Augsburger SPD-Parteivorsitzenden gewählt. Ab 1922 war er Vorsitzender der Augsburger Arbeiterwohlfahrt und ab 1924, bis zur Machtübernahme der Nazis 1933, übte er das Landtagsmandat für die Stimmkreise Augsburg II und Illertissen aus.
In der Partei baute Clemens Högg die SPD-Zeitung „Schwäbische Volkszeitung“ auf und bildete dort Josef Felder aus. Später war Clemens Högg einer der 16 SPD-Abgeordneten in München, die geschlossen gegen das „Ermächtigungsgesetz“ im Bayerischen Landtag stimmten.
Vom 2. März bis Anfang Juni 1933 war er im Gestapo-Gefängnis „Katzenstadel“ inhaftiert. Nach seiner Entlassung wurde auf ihn in seiner Wohnung in der Metzstraße 37 in Pfersee am 19. Juni 1933 durch zwei SS-Leute ein Attentat verübt. Wegen seiner Familie wollte er aber nicht ins Ausland gehen. Im August 1933 wurde er daher ins KZ Dachau eingeliefert und von dort im Oktober 1934 entlassen. Nach seiner Entlassung versuchte er sich als Seifenverkäufer über Wasser zu halten.
Bis zu seiner Verhaftung am 22. September 1939 war er in Verbindung mit der Widerstandsgruppe Revolutionäre Sozialisten. Auf Betreiben eines ehemaligen stadtbekannten SS-Mannes, Hans Loritz, der inzwischen SS-Lagerleiter im KZ Oranienburg-Sachsenhausen war, wurde er in dieses KZ verschleppt und einer „Spezialbehandlung“ (1 1/2 Jahre Bunker, ein Zementgewölbe in dem man nicht aufrecht stehen und gehen konnte) unterworfen, da Loritz in Augsburg immer wieder mit Högg aneinander geraten war. Clemens Högg erblindete langsam, ein Bein und mehrere Rippen mussten amputiert werden.
Kurz vor Befreiung des KZ wird er mit anderen im Viehwaggon im März 1945 ins KZ Bergen-Belsen gebracht. Das Lager war völlig überfüllt, sodass sich die Spuren von Clemens Högg im Dunkeln verlieren. Über seinen letzten Weg gibt es keine Zeugnisse.

© Text+Foto: VVN-BdA KV Augsburg

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