Biography of Bernhard Schopmeyer
Bernhard Schopmeyer wurde am 2. September 1900 in Hagen bei Osnabrück geboren. Nach Abschluss seiner Lehre zum Zimmermann schloss er sich dem damaligen Jugendverein an. Vom Arbeiterverein wurde er zum 1. Januar 1926 in die Diözesanleitung als Arbeitersekretär der katholischen Arbeitervereine berufen. Am 29. Juli 1927 heiratete er seine Frau Maria und sie bekamen sechs Kinder. Im folgenden Jahr wurde er für die Zentrums-Partei in das Osnabrücker Stadtparlament gewählt. Kurze Zeit später wurde Herr Schopmeyer bereits Abgeordneter des Provinzial-Landtages in Hannover. In Osnabrück bekleidete er gleichzeitig weitere Ämter: so war er beispielsweise Beisitzer am Arbeitsgericht und leitete in seinem Sekretariat in der Riedenstraße ein Volksbüro, wo er Arbeitern Auskünfte vor allem im sozialen Bereich erteilte. Der Vorgänger Bernhard Schopmeyers, Arbeitssekretär Josef Hagemann, war Regierungsrat und Abgeordneter des Preußischen Landtages in Berlin. Als dieser im Jahr 1932 sein Mandat niederlegte, trat Bernhard Schopmeyer an dessen Stelle und wäre mit der nächsten Wahl Abgeordneter in Berlin geworden. Doch diese Aussichten wurden durch die Ernennung der Regierung Hitlers 1933 beendet.
Auch für Herrn Schopmeyer begann eine Zeit der Rückschläge. Er wurde gezwungen immer mehr Posten aufzugeben und damit stark in seiner Arbeit behindert. Zunächst musste er sein Mandat in Hannover niederlegen, dann wurde das Stadtparlament aufgelöst und linientreu neubesetzt. Darüber hinaus wurde er durch das Verbot der Doppelmitgliedschaft in Arbeitsfront und katholischen Vereinen stark eingeschränkt und sein Büro eine Woche lang von der SA besetzt. Auch im privaten Bereich musste Bernhard Schopmeyer die nationalsozialitische Schikane erdulden, da ihm der Bau eines Hauses in der Wakhegge Siedlung aus politischen und religiösen Gründen verwehrt wurde.
Am 28. August 1939 wurde er zum Heeresdienst eingezogen und diente den Krieg über als Soldat in Frankreich, Polen, Russland und im letzten Kriegsjahr in Flensburg. Nach Aussage seiner Frau identifizierte sich ihr Mann während der gesamten Zeit mit dem Widerstand. Er äußerte sich ihr gegenüber hinsichtlich der Schriftstücke, die er aus der Widerstandsbewegung mitbrachte oder über eine Zusammenkunft hinter verschlossenen Türen, die in der Wohnung stattfand, oft folgendermaßen: "Sei vorsichtig, ich stehe mit einem Fuß im KZ."
Auch Bernhard Schopmeyer drohte nach dem Attentat auf Hitler 1944 die Deportation. Im September 1944 habe es laut Maria Schopmeyer morgens gegen 6 Uhr an der Tür geklingelt. Als ihr Mann die Tür geöffnet habe, standen ihm zwei Gestapo-Leute gegenüber. Folgendes Gespräch habe sinngemäß stattgefunden: "Sind sie Schopmeyer? Dann machen Sie sich fertig und kommen Sie mit." Ihr Mann sagte darauf: "Was liegt denn gegen mich vor?" Antwort: "Das werden Sie dann erfahren, wenn Sie da sind, wo Sie hingehören." Herr Schopmeyer erwiderte: "Ich brauche Ihnen nicht Folge zu leisten. Ich bin Soldat und unterstehe dem Kriegsgericht." Nach Vorzeigen seiner Papiere seien die Gestapo-Beamten fortgegangen und ihr Mann habe sich auf den Weg zur Kaserne begeben. Er unterrichtete seinen Hauptmann über den Vorfall und dieser erkundigte sich bei der Gestapo. Dort wurde ihm mitgeteilt, dass es sich um eine allgemeine Aktion infolge des 20. Juli 1944 handele.
Nach Ende des Krieges kam Herr Schopmeyer am 12. Mai 1945 nach Osnabrück zurück und nahm sofort die Arbeit für die gesamte Männerseelsorge der Diözese Osnabrück als Diözesansekretär auf. Er hielt Versammlungen ab, besprach mit dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Petermann die Neugründung des Stadtparlaments und plante mit Gleichgesinnten die Gründung der CDU. Als er am Tag vor seinem Tod von einer Versammlung zurückkam, auf der er über die Katholische Aktion gesprochen hatte, sagte er zu seiner Frau: "Wer sind die Männer, die da draußen vor der Tür stehen? Die verfolgen mich. Die haben nichts gutes im Schilde." Am folgenden Tag, dem 23. Juni 1945, wurde Bernhard Schopmeyer mittags zwischen 13 und 14 Uhr im Bürgerpark auf dem Hauptweg aus dem Hinterhalt erschossen. Wertgegenstände, eine goldene Uhr, das Fahrrad, 1000 Reichsmark, zwei Monatsgehälter, die Schopmeyer am Morgen des Tages in der Bischöflichen Kanzlei erhalten hatte und die Aktentasche wurden nicht entwendet. Nach Auffassung des Initiativkreises Stolpersteine ist der Mord an Schopmeyer aufgrund der Indizienlage politisch motiviert.
Quellen: Lindemann, Ilsetraut: Von Assmann bis Wöbeking. Stadtgeschichte in Straßennamen. Bramsche 1984; Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Rep 430 Dez 304 Akz 2003/036 Nr. 998, Bistums-Archiv Osnabrück, Generalia-Akten, 00-01-22 Personalia, V2 Diözesansekretär für die Männerseelsorge 1945-1982.
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