Biography of Albert Sommer
Albert Sommer, wurde am 2. Juni 1918 geboren. Er war von Beruf Krahnführer und wurde bereits am 5.12.1939 eingezogen. Am 16.12.1939 heiratete er während seines Heimaturlaubs Magda Kelterborn. Anfang Mai 1940 wurde die gemeinsame Tochter Inge geboren. Vom 28. Februar bis zum 22. August war er im Wehrmacht-Strafgefängnis Graudenz untergebracht, unterbrochen durch einen Lazarettaufenthalt. Nach einem Fronteinsatz im Frankreichfeldzug kam er am 24.09.1940 erneut in ein Kriegslazarett mit der Diagnose Schizophrenie. Die folgenden Jahre verbrachte er in verschiedenen Wehrmachtsgefängnissen, immer wieder unterbrochen durch Lazarettaufenthalte. Am 10. Juli 1942 wurde er schließlich vom Feldkriegsgericht Ludwigsburg wegen "Wehrkraftzersetzung" und "Wehrunwürdigkeit" zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach anfänglichem Gefängnissaufenthalt in Münster, wurde er am 26.08.1942 in das Straflager Aschendorfermoor, Lager II, eingewiesen. Hier wurden in großer Zahl Menschen inhaftiert, die durch Wehrmachtsgerichte verurteilt wurden. Am 30.10.1942 wurde er von seiner Ehefrau auf Druck der Gestapo geschieden. Als Scheidungsgrund wurde die Zerrüttung der Ehe durch ehrloses Verhalten des Ehemannes angegeben. Nach verschiedenen Lageraufenthalten im Straflager Brual - Rhede, Lager III und Lager Esterwegen, Lager VII, wurde Albert Sommer schließlich am 10./11. April 1945 mit den weiteren Inhaftierten der Lager I-V und VII im Straflager Aschendorfermoor, Lager II, zusammengelegt. Das Lager war zu dieser Zeit völlig überbelegt. Vom 12.-20.04.1945 fanden in dem Lager Massaker durch "Hauptmann Herold", einem 19-jährigen Gefreiten der 1946 in Oldenburg zum Tode verurteilt wurde, und Mittätern statt, denen 150 Insassen, hauptsächlich "Wehrkraftzersetzer", zum Opfer fielen. Hierzu gehörte wahrscheinlich auch Albert Sommer. Am 20. April 1945 wurde das Lager Aschendorfermoor durch die Engländer befreit. Alle Insassen wurden auf einer Liste erfasst, auf der Albert Sommer nicht verzeichnet war. Am 5.11.2008 wurde durch die Osnabrücker Staatsanwaltschaft das Urteil wegen "Wehrkraftzersetzung" und "Wehrunwürdigkeit" gegen Albert Sommer aufgehoben.
Quellen: 1. Geburtsurkunde Albert Sommer; 2. Heiratsurkunde (mit Angabe der letzten gemeinsamen Wohnung Osnabrück, Große Gildewart 10); 3. Scheidungsurteil; 4. Bescheinigung des Feldkriegsgerichts über die Verurteilung (aus den Scheidungsakten des Landgerichts Osnabrück, AZ.: 2R. 182/42); 5. Krankenbuchlager Berlin; 6. 2 Transportlisten (Staatsarchiv Osnabrück, Rep 947 Lin I Nr. 168 Liste 760 und Rep 947 Lin I Nr. 164 Liste 503); 7. Soldbuch mit Anschreiben (Bundesarchiv, Zentralnachweisstelle Aachen, hieraus geht ebenfalls die letzte Wohnung Osnabrück, Große Gildewart 10 hervor); 8. Arbeitskarte (ITS Arolsen ITS 243); 9. Strafgefangenentransport nach Esterwegen ITS Arolsen ITS 021 und ITS 024); 10. Pantcheff, T.X.H.: Der Henker vom Emsland. Leer: Schuster Verlag 1995; 11. Aufhebung des Unrechtsurteils (Staatsanwaltschaft Osnabrück).
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