Biography of Die Synagoge 1892-1938
Adolf-Göbel-Straße
Standort der ehemaligen Synagoge
Hier gibt es keinen Stolperstein, aber seit 1988 einen Gedenkstein mit der Inschrift: „Hier stand das 1892 erbaute Gotteshaus der Jüdischen Gemeinde. Es wurde am 9. November 1938 auf Befehl eines unmenschlichen Regimes zerstört. Den Lebenden zur Mahnung! Die Kreisstadt Groß-Gerau.“
Im November 2005 wurde dieser Platz, auf dem die ehemalige Synagoge stand, neu gestaltet. Der Künstler Mario Derra schuf unter Einbeziehung des Gedenksteins von 1988 ein neues Denkmal.
1892 wurde hier in der heutigen Adolf-Göbel-Straße gegenüber vom Europakreisel die dritte Synagoge in Groß-Gerau eingeweiht. Zwei Jahre später wurde auf dem Gelände ein jüdisches Ritualbad (eine Mikwe) gebaut. Die Synagoge existierte nur 46 Jahre. Schon im September 1934 wurden religiöse Gegenstände zerstört und am 10. November 1938 morgens wurde die Synagoge durch Brandstiftung in der Pogromnacht vernichtet. In dem Gebäude befanden sich einige Torarollen aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
Auf dem ersten historischen Foto (etwa 1910) sind von links nach rechts zu sehen: Jean Kröcker, Metzgermeister und Gastwirt mit Frau Elisabeth, geb. Diehl (Schwester von W. Hermann Diehl), die Kinder Lina Diehl verheiratete Colin, Anna Diehl verheiratete Weide, Else Diehl verheiratet mit Georg Diehl Sandböhl. Rechts hinter der Synagoge befindet sich die Hofreite Senßfelder davor die Mikwe. Im Vordergrund die Frankfurter Straße; hinter der Mauer mit Eisenzaun ist Diehls-Garten. Im Hintergrund begrenzt das Mauerwerk den „Mulche“ Garten, rechts fließt der Mühlbach.
In Groß-Gerau gab es drei Synagogen. Die erste bestand schon im Jahre 1620 und befand sich zwischen den Häusern des Barbiers Georgen und des Glöckners Philip Wolff, vermutlich in der Nähe der Stadtkirche. Im 30jährigen Krieg (1618 -1648) wurde sie zerstört. Eine zunächst erteilte Genehmigung zum Wiederaufbau wurde von Landgraf Ludwig VI. später widerrufen. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde ein Neubau möglich. Spuren davon sind keine mehr zu sehen.
Trotz des Widerstands seitens des Stadtrates erhielten die Juden 1739 die Genehmigung, ihre Synagoge wieder instand zu setzen. Diese zweite Synagoge durfte im Hof des Schutzjuden Ahron in der ehemaligen Schafstraße (heute Am Burggraben) gebaut werden. Die Bedingungen, die mit dieser Genehmigung verknüpft wurden, waren: Zahlung eines "Sühnegeldes" in Höhe von 30 Gulden an die Kasse der evangelischen Kirche. Das Gebäude musste in einiger Entfernung von der Straße gebaut werden, um den Zorn der Christen nicht zu erregen. Der Widerstand des Magistrats gegen den Bau wurde dem Landgrafen gegenüber mit finanziellen Einwänden begründet. Auch von dieser zweiten Synagoge sind keine Spuren mehr zu sehen.
Mehr Informationen auf www.erinnerung.org
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Thanks to Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein and 6 more.Stolpersteine nearby
Hugo Hirsch *187760 m
Johanna Reis *187270 m
Moritz Schott *1883130 m
Gustav Hirsch, Jg 1880130 m
Sybilla Gerson, *1885150 m
Alfred Mattes *1882170 m
Sources & Imprint
Erinnerungsinitiative "Juden in Groß-Gerau. Eine lokale Spurensuche"
Auf unserer Webseite finden Sie weitere Informationen über die 700 Jahre lange Geschichte der jüdischen Gemeinde in Groß-Gerau. Dort werden auch alle bis heute festgestellten Wohn- und Geschäftshäuser mit ihren damaligen Bewohnern vorgestellt, für die bisher noch keine Stolpersteine verlegt wurden.
www.erinnerung.org
Hans-Georg Vorndran, Büttelborn
info@erinnerung.org
In Kooperation mit dem Evangelischen Dekanat Groß-Gerau und dem Förderverein für jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau e.V. Die Erinnerungsinitiative "Juden in Groß-Gerau" ist Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Hessen (LAG).