Biography of Hans and Anna Adlhoch
Lebensbild Hans Adlhoch
Hans Adlhoch, geboren am 29.01.1884 in Straubing.
Das Schreinerhandwerk erlernte er bei seinem Vater.
Im Alter von 27 Jahren übernahm er als katholischer Arbeitersekretär das neu eingerichtete Arbeitersekretariat und katholische Volksbüros in Weilheim.
Im Jahr 1919 kam er als Arbeitersekretär der katholischen Arbeitervereine (später katholisches Werkvolk – heute als katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) nach Augsburg.
Adlhoch wurde Parteisekretär in der Bayerische Volkspartei (BVP). Für diese war er von Dezember 1924 bis 1933 im Stadtrat von Augsburg gewählt worden. Als Nachrücker wurde er im Januar 1933 als Reichstagsabgeordneter berufen.
Am 26./27 Juni 1933 erfolgte die erste Verhaftung. Er wurde in sogenannte „Schutzhaft“ (zum Schutz von Volk und Staat) genommen. Erst nach einer Erklärung, freiwillig auf sein Stadtratsmandat zu verzichten, wurde er am 4. Juli entlassen und bereits im August erneut eingesperrt. Bis zum März 1935 waren insgesamt fünf Inhaftierungen erfolgt.
1940 wurde Adlhoch zum Militär eingezogen. Nach dem Attentat von Stauffenberg auf Hitler am 20. Juli 1944 erfolgte eine erneute „Schutzhaft“, aus der Adlhoch im September nach Dachau verlegt wurde.
Am 26. April 1945 wurde das Lager Dachau vor den anrückenden Amerikanern evakuiert. Auch Hans Adlhoch wurde auf den Todesmarsch von Dachau (7000 Häftlinge) ins Ötztal geschickt. Dieser endete in Waakirchen bei Bad Tölz. Entkräftet und von den Misshandlungen gezeichnet wird er nach der Befreiung durch die Amerikaner in ein Lazarett in München gebracht. Dort stirbt er am 21.5.1945. Seine letzte Ruhestätte fand er im Westfriedhof in Augsburg.
Lebensbild Anna Adlhoch
Anna Adlhoch, geb. Kurz geb. 5. April1876 in Kaspauer (Oberfranken), die Eltern waren Landwirte. gest. 7. April1961
Anna Kurz und Hans Adlhoch heirateten am 6. März 1905 in München. Sie zogen 1910 nach Weilheim und nach dem Kriegsdienst von Hans Adlhoch 1919 nach Augsburg, in die Peutinger Straße 11. Anna Adlhoch war dort die Verantwortliche für den Arbeiterinnenverein und unterstützte ihren Mann in
seinem Kampf gegen das NS Regime. Sie hielt die Kontakte zu den Freunden im Widerstand während seiner zahlreichen Inhaftierungen ihres Mannes aufrecht.
Die quälende Frage nach dem Schicksal ihres Mannes klärte sich erst nach Kriegsende, als man nach wochenlanger Suche sein Grab im Münchener Nordfriedhof fand. Er wurde später ins Familiengrab am Westfriedhof in Augsburg umgebettet.
Anna Adlhoch wohnte zunächst weiter in der Peutinger Str.11, später sorgsam betreut von ihrer Adoptivtochter Maria Schieber am Ulrichsplatz.
Quelle: http://www.hans-und-anna-adlhochstiftung.de
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