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Familie Löb

Biografie von Albert Löb, Eleanore (Elli) Löb, verh. Merar, Emma Löb, geb. Wolf und Stella Senta Löb, verh. Ungar

Familie Löb
Albert Löb wurde am 1. März 1893 als eins von sieben Kindern von David und Berta Löb in der Schulstraße in Lauterecken geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er im 23. Bayrischen Infanterie-Regiment. Neben sieben erlittenen Verletzungen verlor er auch ein Auge und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Später (vermutlich ab 1932) führte der Kaufmann und Viehhändler in der Hauptstraße einen Tabakladen.
Am 21. Mai 1924 heiratete er Emma Wolf (* 28. Januar 1892, Baisingen). Gemeinsam hatten sie zwei Kinder. Eleanore (genannt: Lore) wurde am 11. April 1926 geboren und Stella Senta am 21. September 1927 die beiden Mädchen besuchten bis zu ihrer Emigration die Volksschule in Lauterecken. Die Familie wurde von Nachbarn als sehr freundlich beschrieben und man hatte ein gutes Verhältnis.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der Tabakladen von der Bevölkerung aktiv boykottiert und es gab Proteste mit Transparenten mit der Aufschrift „Kauft nicht bei Juden!“. Das Ehepaar schickte ihre Tochter Eleanore für ein halbes Jahr zu einer Tante nach Frankreich, um ihr so Schutz zu bieten, doch auch dort war sie nicht sicher. Auch in der Schule erfuhren die Mädchen immer stärkere Ablehnung und Hass. Die Familie wurde immer mehr vom öffentlichen Leben abgeschnitten und ihnen wurde die Lebensgrundlage genommen, so dass ein „Nazifreund“ die Familie mit Nahrungsmitteln versorgen musste. Durch den Hinweis eines ehemaligen Kriegskameraden konnte die Familie der Deportation entgehen, indem sie am 12. August 1937 emigrierten. Mit dem Schiff „Washington“ setzten sie von Hamburg in die USA über. Diese Reise war nur möglich, weil Emma Löb eine Schwester in den USA hatte, die für die Familie bürgen konnte, und weil der katholische Pfarrer Bergweiler für eine finanzielle Unterstützung der Familie durch den Sankt-Rafaels-Verein sorgte.
In den USA angekommen hatte bot sich Albert Löb nur eine schlecht bezahlte Arbeitsstelle, mit der er die Familie aber versorgen konnte.
Eleanore Löb wurde später Lehrerin und heiratete Samuel Merar, mit dem sie drei Kinder bekam, von welchen sie sechs Enkel und einen Urenkel hat.
Stella Senta Löb Ungar heiratete ebenfalls und arbeitete als Schulkrankenschwester.
Das Haus der Familie wurde 1938 zwangsversteigert. Durch ihre Flucht in die USA konnte die gesamte Familie überleben und sowohl Albert Löb, als auch Stella Löb besuchten nach dem Krieg Lauterecken noch einmal. Albert Löb starb im Juni 1966 und Emma Löb 1987.

Hinweis: Die ausführlichen Lebenserinnerungen von Eleanor Loeb Merar und Stella Senta Loeb Ungar finden sich in der 2014 (2. Auflage 2017) erschienenen Broschüre "Wege - der Erinnerung: Jüdisches Leben in Niedereisenbach, Offenbach, Grumbach, Lauterecken, Medard, Odenbach", S. 44-52.

Bearbeiterin: Sarah Kriese, Lauterecken, 2022

Quellen & Literatur:
"Ehemalige Synagoge Odenbach. Schalom, Begleit-Broschüre zur Ausstellung", 2022, S. 17-23
Fickert, Jan: "Stele für Holocaust-Opfer in Odenbach eingeweiht - Zwei bewegende Tage in Odenbach und Lauterecken", in: Westrichklalender Kusel 2017, S. 30-32
"Wege - der Erinnerung. Jüdisches Leben in Niedereisenbach, Offenbach, Grumbach, Lauterecken, Medard, Odenbach", Initiative "Tol(l)eranz - find ich gut", 2. Auflage 2017, S. 23-25, 44-52
Sammlung Stadtarchiv Lauterecken

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Quellen & Impressum

Stadtverwaltung Lauterecken

Haupstraße 49
67742 Lauterecken
Internet: www. lauterecken.de
E-Mail: stadthaus@lauterecken.de

Stadtarchiv Lauterecken
Jan Fickert M.A.
E-Mail: jf.lauterecken@t-online.de

Bearbeitung: Sarah Kriese, Angelina Fritz, Jan Fickert

(C) Projekt 2022-2023 in Kooperation mit der Prot. Kirchengemeinde Lauterecken, den Ortsgemeinden Lauterecken und Relsberg sowie der Aktion "Partnerschaft für Demokratie des Landkreises Kusel" im Bundesprogramm "Demokratie leben!"