Biografie von Johan (Jan) Lichowski
Johan (Jan) Lichowski
Johan (auch Jan) Lichowski wurde am 21. Juni 1913 in Wola Zaleska, im Kreis Sieradz geboren. Dort gehörte er einer katholischen Gemeinde an und war verheiratet. Während dem deutschen Angriff auf Polen geriet Lichowski an 14. September 1939 in Kriegsgefangenschaft und wurde im Stammlager B in Frankenthal inhaftiert. Dort verblieb er bis zum 10. März 1941. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete er als Zivilarbeiter in einem Landwirtschaftsbetrieb in Einöllen, in der Nähe von Lauterecken.
Im Laufe seines Aufenthaltes kam es zu einem Verhältnis mit der Witwe des Landwirts, welches aber aufgrund der polnischen Abstammung Lichowskis durch die „Polenerlasse“ verboten war. Insbesondere auf sexuelle Beziehungen, wie in diesen Fall, stand die Todesstrafe. Aus diesem Grund kam es am 29. August 1941 durch die Witwe zu einer Anzeige beim Ortsbauernvorsteher, was eine Verhaftung durch die Gestapo am 1. September zur Folge hatte. Jan Lichowski wurde ins Gestapogefängnis Neustadt überführt. Die Frau gab an, dass sie von dem Mann vergewaltigt worden sei, weswegen davon auszugehen ist, dass ihre Strafe geringer ausfiel, oder gar nicht vorhanden war.
Als er im Februar 1942 wieder in Einöllen gesehen wurde, war er in einem sehr schlechten Zustand und es ist davon auszugehen, dass sein Todesurteil bereits feststand. Zur Vollstreckung von diesem kam es an 27. Februar 1942 um elf Uhr dreißig in einem Waldstück des Lauterecker Steinbruches, wo Jan Lichowski gehängt wurde. Wo der Leichnam anschließend beerdigt wurde, ist nicht bekannt.
Ein weiterer Grund, warum man sich für diese Art der Bestrafung entschied war, dass man ein Exempel statuieren wollte. Deshalb wurden auch die anderen polnischen Zivilarbeiter an dem Gehängten vorbei geführt, um zu zeigen, was bei Nichtbeachtung der Gesetze drohte. Allgemein war das Interesse an der Hinrichtung in der Bevölkerung sehr groß.
Bearbeiterin: Sarah Kriese, Lauterecken, 2022
Quellen & Literatur:
Buntz, Herwig: "Unter den Frauen ist besonders die N.N. sehr aggressiv gewesen. Zum Schicksal polnischer Zwangsarbeiter in der Pfalz". In: Pfälzisch-Rheinische Familienkunde, 65. Jahrgang, 2016, Band XVIII, Heft 8/9, S. 111-112
Ders.: "Der brutale Tod des Johan Lichowski" In: Die Rheinpfalz, Westricher Rundschau, 27.10.2014
Sammlung Stadtarchiv Lauterecken
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Jan Fickert M.A.
E-Mail: jf.lauterecken@t-online.de
Bearbeitung: Sarah Kriese, Angelina Fritz, Jan Fickert
(C) Projekt 2022-2023 in Kooperation mit der Prot. Kirchengemeinde Lauterecken, den Ortsgemeinden Lauterecken und Relsberg sowie der Aktion "Partnerschaft für Demokratie des Landkreises Kusel" im Bundesprogramm "Demokratie leben!"