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Familie Frank

Biografie von Hilde Frank, geb. Pfifferling, Otto Frank und Johanna Frank, geb. Abraham

Familie Frank

Das ist die tragische Lebensgeschichte von einer einfachen Familie, die gezwungen war ihre Heimat zu verlassen und alles aufzugeben, um dem Terror der Nationalsozialisten zu entkommen.

Familie Frank stammte ursprünglich aus dem Dorf Dörrmoschel und lebte in langer Tradition als Händlerfamilie. Ein Teil der Familie Frank fand auch ihre Heimat in dem nahe gelegenen Ort Odenbach, die eine der wenigen Synagogen auf dem Land beherbergte. Sigmund Frank, der Vater von Otto Frank, war Viehhändler und kaufte im Jahr 1907 ein Haus in Lauterecken, welches sich in der heutigen Burgstraße 11 befand. Diese Stolpersteine liegen also nicht vor dem ursprünglichen Haus der Familie, sondern hier zur besseren Erreichbarkeit. Eine Fotografie der heutigen Wohngegend befindet sich in der Bildergalerie. Zur damaligen Zeit bezeichnete man es als Wohnhaus Nummer 29, das laut Grundbuch, verschiedene Ställe, einen Schuppen, sowie einen Hof, zwei nahegelegene Gärten und Wiesen umfasste.

Sigmund Frank war verheiratet mit Johanna Frank, geborene Abraham, die am 03.03.1882 geboren wurde. Das Familienoberhaupt starb allerdings bereits im Jahr 1932, weshalb er die NS-Zeit nicht mehr miterleben musste. Vor seinem Tod spendete er Geld für die Errichtung des Kriegerdenkmals auf dem Igelskopf im Jahre 1930. Er hinterließ seine Frau Johanna, die nun als Alleinerbin zurückblieb, und den gemeinsamen Sohn Otto Frank, der am 27.07.1906 zur Welt kam. Auch Otto arbeitete als Viehhändler und heiratete am 25.12.1935 Hilde Pfifferling in Frankfurt. Hilde stammt aus dem hessischen Dorf Datterode, ihre Eltern waren Albert Pfifferling, der bereits 1933 starb, und Antonia Rothschild, genannt Toni. Das Ehepaar lebte ebenfalls gemeinsam mit Franks Mutter Johanna in Lauterecken.

Am 05.11.1937 verließ Johanna Frank laut Auswanderungsakte mit 55 Jahren ihre Heimat Lauterecken auf der Flucht vor dem Terror der Nationalsozialisten und verkaufte Haus und Hof an Familie Schultheiß. Am 10.03.1938 folgten ihr auch Otto und Hilde Frank mit einem Schiff von Bremen aus und landeten am 19.03.1938 in New York. Die „Declaration of Intention“ beschrieb Otto Frank mit schwarzen Haaren und grauen Augen und beinhaltet das einzig überlieferte Bild des damals zweiunddreißigjährigen Juden. Ihr Ziel lag in den USA, genauer in Chicago, Illinois, wo auch Johanna nach ihrer Flucht gelandet war, weshalb die Familie wieder vereint war. Im Jahr 1944 wurde Ottos und Hildes Sohn Steven Albert Frank geboren.

Mit der Flucht der Familie Frank wurde Lauterecken „judenfrei“, wie der Allgemeine Anzeiger von Meisenheim 1938 berichtete.

Hilde Frank besuchte Deutschland und ihren Geburtsort Datterode im Jahr 1969 noch einmal. Laut dem „United States Social Securtiy Death Index“ fand Ottos Leben 1956 ein Ende, seine Mutter starb 1967. Auch Hilde Frank starb schließlich am 27. Mai 1994 in Skokie/Cook Country, wo noch heute ihr gemeinsamer Sohn lebt.

Bearbeiterin: Angelina Fritz, Lauterecken, 2022

Quellen und Literatur:
"Wege der Erinnerung. Jüdisches Leben in Niedereisenbach, Offenbach, Grumbach, Lauterecken, Medard, Odenbach." Initiative "Tol(l)eranz-find´ ich gut", 2. Auflage 2017, S. 30-31
Sammlung Stadtarchiv Lauterecken
Zur jüdischen Geschichte von Datterode siehe auch https://www.heimatverein-datterode.de/

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Quellen & Impressum

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Haupstraße 49
67742 Lauterecken
Internet: www. lauterecken.de
E-Mail: stadthaus@lauterecken.de

Stadtarchiv Lauterecken
Jan Fickert M.A.
E-Mail: jf.lauterecken@t-online.de

Bearbeitung: Sarah Kriese, Angelina Fritz, Jan Fickert

(C) Projekt 2022-2023 in Kooperation mit der Prot. Kirchengemeinde Lauterecken, den Ortsgemeinden Lauterecken und Relsberg sowie der Aktion "Partnerschaft für Demokratie des Landkreises Kusel" im Bundesprogramm "Demokratie leben!"