Biografie von Rudolf Malter
1896 in Sulzbach als Sohn von Nikolaus und Johanna Malter (geb. Auler) geboren, besucht Rudolf Malter von 1903 bis 1911 die evangelische Volksschule. Anschließend absolviert er eine Lehre als Verwaltungsfachmann bei der Sulzbacher Bürgermeisterei. Nach bestandener Verwaltungsfachprüfung wird er ins Beamtenverhältnis übernommen. Seine berufliche Laufbahn bleibt eng mit der Gemeinde Sulzbach verknüpft. Vom einfachen Angestellten steigt er zum Steuerinspektor auf und wird schließlich Leiter der Sulzbacher Steuerabteilung. Mit seiner ebenfalls in Sulzbach geborenen Frau Henriette geb. Lorenz lebt er in der Mittelstraße.
1918 tritt er in die SPD ein, ein Jahr später wird er in die Pressekommission der sozialdemokratischen Tageszeitung „Volksstimme“ gewählt. Auch nach dem Verbot der SPD 1935 hält er Kontakt zu befreundeten Sozialdemokraten und verhehlt auch auf seiner Arbeitsstelle nicht, wie sehr er die nationalsozialistische Ideologie ablehnt. Im März 1935 wird er wegen seines Engagements für den „Status quo“ und seiner SPD-Mitgliedschaft als Inspektor der Gemeinde Sulzbach „vorläufig beurlaubt“, 1937 dann endgültig entlassen. Er ist längere Zeit arbeitslos, bevor er im Büro des lokalen Kinobetreibers – auch er ehemals SPD-Mitglied – Arbeit findet.
Kurz vor Kriegsbeginn wird der 42jährige zum Wehrdienst eingezogen, wegen Überschreitung der Altersgrenze aber Ende Juni 1941 wieder entlassen. Arbeit findet er im Sommer 1941 als Angestellter der Saarbrücker Straßenbahn AG. Und eben dort wird er denunziert. Harmlos kritische Bemerkungen über die Hitler-Jugend und über die Luftschutzübungen eines Kollegen reichen einem Kollegen aus der Lohnbuchabteilung, um ihn anzuzeigen.
Am 8. Juni 1943 wird Rudolf Malter von der Gestapo in Saarbrücken verhaftet und im August 1943 ins Gefängnis Lerchesflur überstellt. Der Volksgerichtshof Würzburg verurteilt ihn am 25. September 1944 wegen „wehrkraftzersetzender und staatsfeindlicher Äußerungen“ zum Tode. Anschließend wird er ins Gefängnis Frankfurt-Preungesheim verlegt. Von der Urteilsverkündung bis zu seiner Hinrichtung bleibt er gefesselt. Am 21. November 1944 wird er - „17 Uhr 16 Minuten“ – im Gefängnis Frankfurt-Preungesheim enthauptet.
In Sulzbach ist Rudolf Malter bereits mit einer nach ihm benannten Straße geehrt worden. Für die Übernahme der Stolperstein-Patenschaft geht unser herzlicher Dank an den ehemaligen Sulzbacher Bürgermeister Hans-Werner Zimmer.
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