Biografie von Else, Auguste, Klara und Marianne Frank
Christanstr. 19 (gegenüberliegender Gehweg)
Else, Auguste, Klara und Marianne Frank
Die jüdische Familie Frank betrieb seit dem 19. Jahrhundert ein Textilunternehmen in Leipzig. Die älteste Tochter von Robert Frank (1843-1897) war Else Rosette. Sie wurde am 6. Januar 1876 in Leipzig geboren. Es folgte Auguste am 21. März 1877. Die Schwestern hatten noch drei jüngere Brüder. Einer von ihnen, Hans Frank (Jg. 1878), heiratete die Schneiderin Klara Felsenthal, die am 23. Dezember 1884 in Bochum zur Welt kam. Aus der Ehe ging am 14. Oktober 1923 Tochter Marianne hervor. Hans Frank starb bereits 1930. Es ist weitgehend unklar, wo Klara Frank mit ihrer Tochter danach wohnte bis sie nach 1939 in das sog. „Judenhaus“ in der König-Johann-Str. 30 (heute: Tschaikowskistr.) ziehen musste. Daher die Entscheidung, die beiden STOLPERSTEINE mit in die Christianstraße zu verlegen.
Das Leben von Else und Auguste blieb kinderlos. Auch die beiden Schwestern mussten durch das „Gesetz über die Mietverhältnisse mit Juden“ vom April 1939 in das sog. „Judenhaus“ in die Färberstr. 11 ziehen. Es war ein jüdisches Alters- und Pflegeheim. Wie viele andere auch, mussten sie einen sog. "Heimeinkaufsvertrag" für Theresienstadt abschließen. Den älteren Juden wurden durch diese Zwangsverträge die lebenslange kostenfreie Unterbringung, ihre Verpflegung und Krankenversorgung zugesagt. Neben einer errechneten Vorauszahlung (150 RM/Monat bis zum Erreichen des 85. Lebensjahres) wurden weitere Abgaben, Spenden und Vermögensübertragungen gefordert. Diese Vermögenswerte fielen dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA) zu.
Else und Auguste Frank wurden am 19. September 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Hier fanden sie statt Altersversorgung überfüllte und kaum geheizte Wohnstätten, mangelhafte Ernährung und unzureichende ärztliche Versorgung vor. Unter diesen Bedingungen kam Auguste Frank (65 Jahre) am 5. Oktober 1942 ums Leben. Else Frank (66 Jahre) starb am 26. November 1942.
Schwägerin Klara und ihre Tochter wurden mit dem ersten Transport aus Leipzig am 21. Januar 1942 nach Riga deportiert. Hier verliert sich die Spur von Klara Frank (ca. 58 Jahre). Marianne wurde nach der Auflösung des Ghettos am 1. Oktober 1944 in das KZ Stutthof deportiert. Marianne Frank (21 Jahre) kam dort am 12. Januar 1945 ums Leben.
Patenschaft: Marianne Wintgen, Doris Benner
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