Biografie von Leo, Rosa, Jutta und Evelyne Bartfeld
Waldstr. 8
Familie Bartfeld
Seit 2015 findet in Leipzig ein internationales Fußballbegegnungsfest statt, der "Max-und-Leo-Bartfeld-Pokal". Daran nehmen Mannschaften aus dem In- und Ausland teil. Es wird damit an den 1920 gegründeten jüdischen Sportverein "Bar Kochba" erinnert. Die Namensgeber Max und Leo Bartfeld engagierten sich im Fußballverein SK Bar Kochba Leipzig, der wie alle anderen jüdischen Sportvereine nach der Pogromnacht 1938 aufgelöst wurde. Nun erinnern auch vier Stolpersteine an die Familie von Leo Bartfeld.
Leopold "Leo" Bartfeld wurde am 09.10.1897 in Leipzig geboren. Bis zu seiner Flucht nach Antwerpen, lebte er zusammen mit seiner Frau Rosa Bartfeld in der Waldstraße 8 in Leipzig. Leo Bartfeld wurde am 10.05.1940 von der Gestapo in Brüssel verhaftet. Daraufhin wurde er in das Haftlager Saint Cyprien und anschließend in das französische Internierungslager nach Gurs gebracht. Am 15.05.1942 erfolgte die Deportation Leo Bartfelds nach Auschwitz, wo er bis Januar 1945 inhaftiert und anschließend zu einem "Todesmarsch" in das Lager Groß-Rosen und folgend nach Buchenwald gezwungen wurde.
Leopold Bartfeld verstarb am 18.02.1945, im Konzentrationslager Buchenwald, an den Folgen des unmenschlichen "Todesmarsches".
Rosa Bartfeld (geb. Schumer) wurde am 27.02.1905 in Leipzig geboren. Nach der Flucht nach Antwerpen, kam sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern in einem Haus in Brüssel unter. Als am 10.05.1940 die Gestapo die Familie festnehmen und deportieren wollte, floh sie mit Ihren beiden Töchtern, welche sie bei Unterstützern unter falschen Namen versteckte. Bis zum Ende des Krieges war Rosa Bartfeld im belgischen Widerstand aktiv. Im Dezember 1951 wanderte sie mit den beiden Töchtern in die USA aus, wo sie am 30.10.1995 in Bryn Mawr, Pennsylvania verstarb.
Jutta Ruth Yvonne Bartfeld (heute Juliette Richter) wurde am 12.04.1934 in Breslau geboren. Zusammen mit ihrer Schwester floh sie Ende 1938 aus Leipzig nach Holland, wo sie bis zur Wiederzusammenkunft mit ihren Eltern im Januar 1940 lebte. Nach der Gefangennahme des Vaters und der Flucht vor der Gestapo, lebte sie vom 30.09.1942 bis zu Beginn des Jahres 1943 unter dem falschen Namen "Juliette Janssens" bei einer belgischen Dame. Anschließend, kamen sie und ihre Schwester unter der Vorlage gefälschter Taufscheine in das katholische Heim "Wavre Notre Dame", wo sie bis März 1944 lebten. Aus Sicherheitsgründen wurden sie und ihre Schwester folgend in einem weiteren Heim in Alsenberg untergebracht, wo sie im September 1944 von englischen Soldaten befreit und in einem jüdischen Heim in Marquain untergebracht wurden. Im Dezember 1951 wanderte sie schließlich zusammen mit Ihrer Mutter und Schwester in die USA aus, wo sie bis heute in Baltimore lebt.
Ingeborg Evelyne Bartfeld wurde am 22.07.1936 in Leipzig geboren. Mit ihrer Schwester teilt sie ihr Schicksal bis zur Auswanderung im Dezember 1951. Heute lebt sie in Montreal, Canada.
Recherchen und Paten: Tüpfelhausen - Das Familienportal e.V.
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