Biografie von Chaskel Heinrich Altmann, Malke Amalie Altmann und 3 weitere
Tschaikowskistr. 4
Familie Altmann
Der Kaufmann Chaskel Heinrich Altmann wurde am 15.Oktober 1886 in Kuznica (Polen) geboren, seine Frau Malke Almalie (geb. Friemann) am 11. Mai 1890 in Sedziszow (Polen). Wann die Eheleute geheiratet haben und nach Leipzig gekommen sind, ist nicht bekannt. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, die bereits alle in Leipzig geboren wurden: Jenny am 5. August 1917, Harry am 1. Oktober 1918 und Jutta am 11. Februar 1922.
Herr Altmann hatte einen Reformversandhandel. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten gelang es den Eltern die beiden älteren Kinder, 1934 auf einen Flüchtlingstransport nach Palästina zu schicken. Der Rest der Familie musste 1938 durch die sogenannte "Polenkation" im Oktober 1938 Leipzig verlassen.
Hintergrund der Abschiebung der in Deutschland lebenden polnischen Juden war der Beschluss der polnischen Regierung, ihnen unter bestimmten Umständen die Staatsbürgerschaft abzuerkennen.
In einer groß angelegten Aktion wurden diese Menschen in Deutschland verhaftet, an die östliche Grenze gebracht und dort im Niemandsland ausgesetzt.
In Leipzig begann die Gestapo am Morgen des 28. Oktober 1938 die Menschen in Sammellagern zusammenzutreiben und vom Hauptbahnhof mit Sonderzügen abzuschieben. Während etwa 1.300 Menschen im polnischen Konsulat noch Schutz fanden, wurde die Familie Altmann an die polnische Grenze deportiert und kam in ?ód? bei Verwandten unter.
In einem der letzten Briefe an ihre Schwester Jenny schreibt Jutta: "Liebe Jenny und lieber Harry, Jetzt bin ich mit dem lb. [lieben] Papa alleine. Mutti ist schon 2 Wochen nicht da. Sonst nichts Neues."
Das weitere Schicksal bleibt ungewiss. Nicht lange nach dem deutschen Einmarsch in Polen im September 1939 bricht der Kontakt zu den Kindern in Palästina ab.
Seff Jenny und Harry Altmann (hebräisch Nadav) lebten bis zu ihrem Tod in Israel.
Quelle: Familienunterlagen
Pate: Ofer Kisch (Urenkel)
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