Biografie von Isidor Kahn
Im Lörenkamp 2 ... Hier wohnte Isidor Kahn
Isidor Kahn wurde am 22. Februar 1872 in Freudenberg geboren. Er war verwitwet, von Beruf war er Kaufmann. Sein Name findet sich auch auf der Wahlliste vom 16. Novem-ber 1930 zur Gründung der liberalen jüdischen Synagogengemeinde Gelsen-kirchen. Am 27. Januar 1942 wurde Isidor Kahn von Gelsenkirchen nach Riga deportiert und dort am 2. November 1943 ermordet.
Mit dem ersten Deportationstransport ab Gelsenkirchen am 27. Januar 1942 wurden 355 Gelsenkirchener Juden - wie die Nazis es nannten - "nach dem Osten evakuiert".
Der Deportationszug fuhr über Dortmund, Bielefeld und Hannover, wo weitere Menschen zusteigen mussten. Der Transportzug mit schließlich 1000 jüdischen Menschen wurde dann weiter Richtung Riga geleitet.
Der Menschentransport erreichte am 1. Februar den Bahnhof Riga-Skirotava. Das Ghetto in Riga war am 30. November 1941 kurz vor der Ankunft der ersten Transport-züge mit Menschen jüdischer Herkunft aus dem Reichsgebiet "freigemacht" worden, das heißt im Klartext: Am 30. November 1941 wurden etwa 15.000, am 8. und 9. Dezember 1941 noch einmal etwa 13.000 Menschen an ausgehobenen Gruben in den nahen Wäldern von Rumbula von der SS und der deutsche Ordnungspolizei ermordet, um so Platz für die Neuankömmlinge zu schaffen.
Das sogenannte "Reichsjuden-Ghetto" in Riga existierte vom 1. Dezember 1941 bis zum 2. November 1943. Insgesamt wurden etwa 28.000 jüdische Menschen aus dem so genannten "Grossdeutschen Reich" nach Riga verschleppt. Bei der Schließung des Ghettos am 2. November 1943 forderte eine letzte Selektion schätzungsweise weitere 2.400 Menschenleben, darunter weit über 1.000 Kinder. Die von der SS für noch arbeitsfähig befunden Häftlinge kamen dann zunächst in das zuvor neu errichtete KZ Kaiserwald nahe dem Rigaer Vorort Kaiserwald.
Überlebende wie Herman Neudorf aus Gelsenkirchen-Horst berichteten später, dass die arbeitsfähigen Menschen an jenem 2. November 1943 morgens wie üblich zu den Arbeitskommandos ausrückten. Bei ihrer Rückkehr waren jedoch von den im Ghetto Verbliebenen niemand mehr da.
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