Biografie von Margarethe Egle
Kronengasse hinter dem Rathaus, früher Vestgasse 4 (Verlegung am 06.03.2020)
Margarethe Egle wurde 1901 in Schönebürg, südlich von Laupheim, als erstes Kind des Landwirts Stefan Freudenreich und seiner Frau Maria Magdalena geboren. Sie hatte 8 Geschwister. 1925 heiratete sie den Eisenbahnarbeiter Jakob Egle und zog mit ihm nach Ulm in die Vestgasse 4, wo sie 1926 die gemeinsame Tochter Klara zur Welt brachte. Sie war eine zierliche Frau mit blauen Augen und blondem Haar. Das Eheglück der jungen Familie war nur von kurzer Dauer, denn Margarethe litt in der Zeit nach der Geburt ihrer Tochter an einer schweren psychischen Erkrankung. Am 7. Oktober wurde sie in die psychiatrische Heilanstalt Schussenried eingewiesen, wo sich ihr Zustand zusehend verschlechterte. Jakob Egle zog nach Ersingen und ließ sich 1931 von Margarethe scheiden. Im folgenden Jahr heiratete er seine zweite Ehefrau. Die Tochter Klara lebte bei den Großeltern, bis er sie 1933 zu sich holte. Margarethe verbrachte in der psychiatrischen Heilanstalt Schussenried insgesamt 14 Jahre, bis sie am 7. Juni 1940 mit einem der grauen Transportbusse in die Tötungsanstalt Grafeneck gebracht und noch am selben Tag ermordet wurde.
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