Biografie von Martha, Babette und Albert Oettinger
Babette Oettinger, geb. Hess, lebte mit ihrer Tochter Martha und ihrem Sohn Albert bis 1941 im eigenen Haus Sattlergasse 16. Ihr Mann Moritz starb 1931. Martha wurde schon im Alter von 20 Jahren mit einer psychischen Krankheit diagnostiziert, aber nicht in eine Heilanstalt eingewiesen sondern zuhause gepflegt. Albert machte sich 1918 mit einem eigenen Handelsunternehmen für Drahtseile und Geflechte selbstständig. Mit eigenem Haus und Auto war die Familie Oettinger in Ulm gut situiert. Albert wurde bei der Reichskristallnacht am 9. November 1938 für mehrere Wochen im KZ Dachau eingesperrt. Mit seiner Mutter emigrierte er 1941 nach einer Flucht durch halb Europa von Sevilla aus auf der SS Navemar nach New York, wo sie bei der Ankunft nur noch $1.35 hatten.1951 verstarb dort die Mutter. Im Alter von 80 Jahren wanderte Albert noch nach Chile aus und starb dort 1976. Seine alte Heimat Ulm hatte er 1958 noch einmal besucht. Nach der Emigration von Mutter und Bruder lebte Martha allein im Haus. Im November 1941 wurde sie von Ulm über Zwischenstationen in die jüdische Jacoby’sche Heil- und Pflegeanstalt in Sayn-Bendorf überführt. Alle Insassen der Anstalt wurden 1942 in fünf Transporten nach Izbica deportiert und ermordet. Martha war bei der ersten Deportation am 27.3.1942 dabei.
Medien
Fotos
Kostenlos dank Ihrer Hilfe
Diese Biografie ist frei zugänglich. Wenn Ihnen der Stolpersteine Guide gefällt, freuen wir uns über einen kleinen Beitrag.
Danke an Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein und 6 weitere.Stolpersteine in der Nähe
Bertha Bianka Hirsch40 m
Bela Pauline Weglein50 m
Margarethe Egle80 m
Hermann Robert90 m
Wilhelm Hummel130 m
Ludwig Goldmann140 m
Quellen & Impressum
KONTAKT
Telefonnumer: 0731 - 950 14 36 (Martin König)
Email: stolpersteininitiative@dzok-ulm.de