Biografie von Selma und Leopold Alexander
Leopold Alexander stammte aus Hattingen an der Ruhr, wo er am 30. Juli 1877 geboren wurde. Durch die Eheschließung mit Selma Neuhaus (aus dem Rotenburg benachbarten Baumbach) kam er ins Hessische. Im Steinweg 4 (linke Ladenseite) richtete der gelernte Klempner und Installateur zu Jahresbeginn 1903 ein Geschäftslokal ein. In originell gestalteten Annoncen offerierte er im Kreisblatt sein Warenangebot und seine Dienstleistungen. Seiner Kundschaft empfahl er sich „in allen vorkommenden Arbeiten, wie Klempner-, Wasserleitungs- und Bauarbeitenarbeiten“. Klempnermeister Leopold Alexander nahm für sich in Anspruch, in Wasseranlagen „besondere Erfahrung“ mitzubringen. Neben der Anlage von „Wasser-, Bade- und Kloseteinrichtungen“ gehörte der Verkauf des gesamten Spektrums von Haus- und Küchengeräten zu seinem Leistungsangebot. Ebenso konnte er seinem Publikum ein „reich assortirtes Lager in Lampen- und Emaillewaren“ anbieten, desgleichen „eine große AusLeopold Alexander stammte aus Hattingen an der Ruhr, wo er am 30. Juli 1877 geboren wurde. Durch die Eheschließung mit Selma Neuhaus (aus dem Rotenburg benachbarten Baumbach) kam er ins Hessische. Im Steinweg 4 (linke Ladenseite) richtete der gelernte Klempner und Installateur zu Jahresbeginn 1903 ein Geschäftslokal ein. In originell gestalteten Annoncen offerierte er im Kreisblatt sein Warenangebot und seine Dienstleistungen. Seiner Kundschaft empfahl er sich „in allen vorkommenden Arbeiten, wie Klempner-, Wasserleitungs- und Bauarbeitenarbeiten“. Klempnermeister Leopold Alexander nahm für sich in Anspruch, in Wasseranlagen „besondere Erfahrung“ mitzubringen. Neben der Anlage von „Wasser-, Bade- und Kloseteinrichtungen“ gehörte der Verkauf des gesamten Spektrums von Haus- und Küchengeräten zu seinem Leistungsangebot. Ebenso konnte er seinem Publikum ein „reich assortirtes Lager in Lampen- und Emaillewaren“ anbieten, desgleichen „eine große AusLeopold Alexander stammte aus Hattingen an der Ruhr, wo er am 30. Juli 1877 geboren wurde. Durch die Eheschließung mit Selma Neuhaus (aus dem Rotenburg benachbarten Baumbach) kam er ins Hessische. Im Steinweg 4 (linke Ladenseite) richtete der gelernte Klempner und Installateur zu Jahresbeginn 1903 ein Geschäftslokal ein. In originell gestalteten Annoncen offerierte er im Kreisblatt sein Warenangebot und seine Dienstleistungen. Seiner Kundschaft empfahl er sich „in allen vorkommenden Arbeiten, wie Klempner-, Wasserleitungs- und Bauarbeitenarbeiten“. Klempnermeister Leopold Alexander nahm für sich in Anspruch, in Wasseranlagen „besondere Erfahrung“ mitzubringen. Neben der Anlage von „Wasser-, Bade- und Kloseteinrichtungen“ gehörte der Verkauf des gesamten Spektrums von Haus- und Küchengeräten zu seinem Leistungsangebot. Ebenso konnte er seinem Publikum ein „reich assortirtes Lager in Lampen- und Emaillewaren“ anbieten, desgleichen „eine große Auswahl in Spielwaren", Ein Foto zeigt ein üppig bestücktes Schaufenster, dominiert von einer Badewanne, für die er im September 1906 mit dem Slogan wirbt "Bade daheim! Fortschrittswanne mit Spiritus-Heizung".
Leopold Alexander bereicherte nicht nur das Rotenburger Gewerbe und den Handel, sondern war auch als Sänger im lokalen Doppelquartett Ariadne eine feste Größe. Allerdings war mit dem Kriegsausbruch am 1. August 1914seine Mitwirkung im Doppelquartett abprupt beendet-
Vom 1. Kriegstag an diente er als Sanitäter. Im Oktober 1916 kam er als Infanterist zum Fronteinsatz, der im November 1917 beendet war, als er beim Kampfeinsatz durch Verwundung gehörlos wurde.
Von der Front im November 1917 zurückgekehrt, verlegte Leopold Alexander seinen Betrieb in das Haus Brückengasse 4.
Leopolds Frau Selma war die Tochter von Geisel Neuhaus, der sich um die Jahrhundertwende in Hersfeld als Gastwirt niedergelassen hatte. Am Marktplatz 28 führte er ein Hotel und Restaurant, das er später in die Badestube 8 verlegte (dort fortgeführt von seiner Tochter Berta verh. Grünewald). Selmas Eltern liegen beide auf dem neuen Jüdischen Friedhof in Bad Hersfeld begraben.
Ab 18. März 1936 sind Leopold und Selma mit der Adresse Jägerstraße 1 in Kassel gemeldet. Dort wohnten sie aber nur vorübergehend, denn in ihren Anträgen auf Ausstellung einer neuen Kennkarte zum Jahresende 1938 ist Kölnische Straße 65 (Stockwerk III) als Adresse genannt. Von Mai bis zum September 1942 mussten die beiden Alexanders eingepfercht im Gemeindezentrum der Kasseler jüdisch-ortho-doxen Gemeinde in der Großen Rosenstraße 22 verbringen. Mit dieser Adresse stehen sie auf der Deportationsliste vom 7. September 1942. An diesem Tag mussten die bis dahin noch in ihrer kurhessischen Heimat verbliebenen älteren Menschen jüdischen Glaubens die Reise ins „Altersghetto“ Theresienstadt in Böhmen antreten, für die sie keine Rückfahrkarte lösen konnten. „Abgewandert“ schrieb man im Kasseler Rathaus auf die Personalbögen von Leopold und Selma Alexander.
Keine drei Monate konnte Leopold Alexander den widrigen Lebensumständen des Theresienstädter Zwangsquartiers trotzen, er starb dort am 3.12.1942. Selma Alexander kam am 9. Mai 1944 ums Leben. Hunger, unzureichende medizinische Versorgung und die seelischen Torturen der Lagerhaft hatten auch sie ihrer Lebenskraft beraubt
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Mitarbeit: Karl-Heinz Riemenschneider