Biografie von Hermann Sachs und Rosa Sachs geb. Flörsheim
Grabenstraße 23
Hermann Sachs wurde am 22. Dezember 1866 in Schweinshaupten in Unterfranken geboren. Er wurde Kaufmann. 1895 eröffnete er in Limburg ein Manufakturwarengeschäft in der Grabenstraße.
Rosa Flörsheim wurde am 18. Mai 1875 in Rotenburg an der Fulda geboren. Hermann und Rosa Sachs bekamen zwei Töchter. Am 21. Februar 1900 wurde Johanna geboren, die später Hugo Neufeld aus Plettenberg heiratete. Beide wurden 1941 von Düsseldorf nach Minsk deportiert und dort ermordet. Der zweiten Tochter Alice, 10. Februar 1901 geboren, und ihrem Mann Lippmann Wolf gelang es, in die USA zu entkommen und so den Holocaust zu überleben.
Hermann und Rosa Sachs waren sehr fleißig und sparsam, so dass sie es zu Wohlstand brachten. Allerdings, so schreibt es ihr Neffe Sigmund Sachs in seinen Erinnerungen, für die Enkel war nichts gut und teuer genug. Weiter schreibt er: „An dieser Stelle muß ich ebenfalls sagen, daß Onkel Hermann ein sehr guter Mensch war. Wenn es etwas für kranke oder arme Menschen zu tun gab, war er immer dazu bereit. Niemals ließ er seinen Namen veröffentlichen.“
1935 wurde Hermann Sachs zwei Wochen im Gerichtsgefängnis Limburg eingesperrt, weil ihm „Verächtlichmachung des Dritten Reiches“ vorgeworfen wurde. Am 9. November 1938 wurde das Geschäft der Familie Sachs zerstört und geplündert. Hermann Sachs wurde verhaftet und mehrer Tage im Gefängnis Diez festgehalten, Rosa Sachs wurde ins Limburger Gefängnis gesperrt. Ihr Schwiegersohn und Teilhaber Lippmann Wolf wurde ins KZ Buchenwald verschleppt.
Im Januar 1939 verließ das Ehepaar Sachs Limburg und ging nach Frankfurt. Im Juni 1939 wurde ihnen von der Gestapo befohlen, bis zum 31. Dezember Deutschland zu verlassen. Der Kriegsbeginn machte das aber unmöglich.
Am 2. September 1942 wurden sie von Frankfurt aus mit dem Transport XII/2 nach Theresienstadt deportiert. Rosa Sachs fand dort am 21. Oktober 1942 den Tod, Hermann Sachs am 17. Dezember 1943.
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