Biografie von Berta Schäfer
Das stattliche Haus Schmelzhüttenstraße 33 wurde 1906 (Fußboden-Inschrift!) vom Kompressoren-Fabrikanten Leo in der Reichsstraße für seine Mitarbeiter errichtet. Vermutlich hat Frau Schäfer selbst, oder ihr Ehemann zeitweise bei der Firma Leo gearbeitet.
Berta Schäfer, jüdischer Herkunft, wurde in Gera KPD-Mitglied. Sie arbeitete in verschiedenen Geraer Industriebetrieben. Auch ihre Eltern und ihr Ehemann waren Mitglied der KPD und aktiv in den örtlichen Geraer Nebenorganisationen.
Sie hatte 1916 den Nichtjuden Alfred Schäfer (*1892 in Gera) geheiratet. Das nannten die Nationalsozialisten eine „privilegierte Mischehe“. Sie bekam die Töchter Martha (*1914 in Gera) und Elfriede (*1919 in Gera).
1934 wurde der aus Lodz stammenden Familie Langer die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Sie waren 1905 als Flüchtlinge vor den Judenpogromen ihrer Heimat nach Gera gekommen. Im September 1944 wurde Berta Schäfer verhaftet, kam ohne Urteil in „Schutzhaft“ nach Ravensbrück. Als sie ermordet wurde, war sie 54 Jahre alt.
Auch ihr Mann und ihre Töchter hatten Entwürdigung und Entrechtung zu erleiden.
Alfred war seit 1944 in einem Arbeitslager für scheidungsunwillige Ehemänner.
Tochter Martha war in Ravensbrück. Ihr Vergehen hieß „Rassenschande“. Tochter Elfriede musste Zwangsarbeit leisten. Sie alle aber überlebten das Kriegsende 1945.
Der Stolperstein wurde am 17.9.2016 verlegt vor der Wohnung Schmelzhüttenstr. 33
aus Unterm Hakenkreuz S. 84, Simsohn Bd. II S. 131 und S. 154-155 (M.W.)
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