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Suizid durch Leuchtgasvergiftung

Biografie von Emmy, Elly und Waldemar Weber

Am 15.10.1944 beging die Familie dreifachen gemeinschaftlichen Suizid durch Tabletten- und Leuchtgasvergiftung in ihrer Wohnung. Waldemar war 62, Elly 61 und Emmy 35 Jahre alt.

Am nächsten Tag, dem 16. Oktober, stand für den Vater die Zwangs-Einweisung in ein Arbeitslager der „Aktion Mitte“ unmittelbar bevor. Mutter und Tochter sollten ins KZ Theresienstadt.

Elly Schmitz entstammte einer jüdischen Familie. 1909 wurde in Köln ihr einziges Kind, die Tochter Emmy geboren. Im 1. Weltkrieg war Waldemar Offizier. Das Ehepaar Waldemar und Elly Weber kam aus dem Rheinland um 1930 nach Gera. Er arbeitete als Journalist und zuletzt als Hauptschriftleiter (heute: Chefredakteur) der linksliberalen Geraer Zeitung.

1936 verlor er seine Stelle und war nur noch freiberuflich tätig. Die Gestapo verlangte die Scheidung. Er weigerte sich über ein Jahrzehnt, sich scheiden zu lassen.

Die junge jüdische Ärztin Emmy Weber hatte in Heidelberg und Leipzig Medizin studiert. Als sie fertig war, fand sie keine Anstellung als Ärztin. Ihre Beziehung zu einem nichtjüdischen Mann wurde ihr durch die Rassegesetze verboten und durch die Einberufung zur Wehrmacht verhindert. Begraben ist Familie Weber auf dem kleinen jüdischen Teil des städtischen Ostfriedhofs Gera.

Familie Weber wohnte hier im Haus der „Geraer Zeitung“ Burgstr. 5 in der 3. Etage. Das Haus wurde am 6. April 1945 bei einem Luftangriff zerstört. Stolperstein für Emmy Weber 8.4.2009, Nachverlegung für die Eltern am 9.5.2026.
mw2026

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