Biografie von Hedwig Goldschmidt, Elise Levi geb. Marx, Sally Heymann und Friede Heymann geb. Levi
Hedwig Goldschmidt wurde am 11. Mai 1881 in Kirberg als Tochter von Moritz Goldschmidt und Klara Goldschmidt geborene Rosenthal geboren. Sie erlernte den Beruf der Schneiderin und trat in das Geschäft ihrer Eltern ein. Nachdem ihr Vater 1912 gestorben war, verlegte sie 1913 das Unternehmen nach Limburg in Bahnhofsnähe. 1925 verlegte sie das Geschäft ins Haus Hospitalstraße 5. Bei ihr lebten ihre Mutter Klara Goldschmidt, die 1935 in Limburg starb, und Emilie Goldschmidt, eine Schwester ihres Vaters, die 1939 in Mannheim starb.
Zum Jahresende 1938 musste Hedwig Goldschmidt ihr Geschäft schließen. Zuletzt wohnte sie In der Erbach 4, ehe sie im August 1939 nach Düsseldorf zog. Hier ver-diente sie ihren Lebensunterhalt als Näherin. Am 10. November 1941 wurde sie von Düsseldorf aus mit weiteren 996 Menschen nach Minsk deportiert. Wann und auf welche Weise Hedwig Goldschmidt starb, ist unbekannt.
Elise Levi geborene Marx wurde am 26. Dezember 1872 in Biebrich geboren. Sie heiratete den Limburger Viehhändler Ferdinand Levi, mit dem sie drei Kinder hatte: Ernst, Frieda und Ludwig. Ludwig fiel als Soldat im März 1918.
Anfang September 1939 musste Elise Levi Limburg verlassen und ging nach Mainz, wo sie in einem sogenannten „Judenhaus“ untergebracht war. Am 27. September 1942 wurde sie von Darmstadt nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 19. Oktober den Tod fand. Ihr überlebender Sohn Dr. Ernst Levi, dem die Flucht in die USA gelungen war, erfuhr erst im Sommer 1945 von ihrem Tod. Auf dem jüdischen Friedhof erinnert eine Grabinschrift an Elise Levi.
Sally Heymann wurde am 7. Juni 1887 in Limburg als Sohn des Pferdehändlers Emmanuel Heymann und dessen Frau Rufine Heymann geborene Nathan geboren. Auch er wurde Pferdehändler. Im Ersten Weltkrieg war er Soldat.
1920 heirateten Sally Heymann und Friede Levi. Ab Mai 1937 wohnte das Ehepaar Heymann im Haus In der Erbach 4. Von hier aus mussten sie 1939 nach Mainz um-ziehen.
Sally Heymann war Mitglied im Israelitischen Männer-Wohltätigkeitsverein, im Zentralverein deutscher Staatbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Limburg und als ehemaliger Soldat im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten.
Sally Heymann, der seit Ende 1941 Witwer war, wurde am 25. März 1942 ins Ghetto Piaski deportiert. Es ist unbekannt, ob er dort ums Leben kam oder zu denen gehörte, die im Herbst des gleichen Jahres ins Zwangsarbeitslager Trawniki gebracht wurden. In diesem Lager erschoss die SS im November 1943 an einem Tag 6000 Menschen.
Friede Heymann geborene Levi wurde am 30. August 1897 in Limburg als Tochter des Viehhändlers Ferdinand Levi und seiner Frau Elise Levi geboren. 1920 heiratete sie den Pferdehändler Sally Heymann.
Sie gehörte dem Israelitischen Frauenverein an. Mit ihrem Mann wohnte sie von 1920 bis 1937 in der Grabenstraße, dann zogen sie ins Haus ihrer Eltern In der Erbach 4. Zwei Jahre später mussten sie mit ihrer Mutter Limburg verlassen und in Mainz in ein sogenanntes „Judenhaus“ ziehen. Friede Heymanns früher Tod am 30. Dezember 1941 in Mainz ersparte ihr ein schlimmeres Schicksal.
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