Biografie von Eugenie und Ernst Willner
Die Willners waren eine angesehene Familie in Hilden. Isidor Willner, der Ehemann von Eugenie und der Vater Ernst, gehörte bis 1937 die Kornbrennerei, die er dann auf Anweisung der Nationalsozialisten abgeben musste Ein Sohn der Willners fiel im ersten Weltkrieg für Deutschland.
Im Jahr 1938 bestand die Familie nur noch aus Eugenie und Ernst Willner. Ernst Willner war Vertreter und gehörte dem Reichsbanner (eine Kampftruppe der SPD) an. Diese Zugehörigkeit wurde von den Nationalsozialisten als legitimer Vorwand genommen, um ihm die Legitimationskarte für die Arbeit zu verweigern.
Die Schikanen der Nationalsozialisten gegenüber der Familie Willner nahmen mit der Reichspogromnacht 1938 ihren tragischen Höhepunkt. Man geht davon aus, dass Eugenie Willner wohl das erste Pogromopfer am 9.11.1938 in Hilden war, da sie ca. 150m entfernt von dem ,,Deutschen Haus", in dem sich ein Schlägertrupp auf die Pogromnacht einstimmte, lebte.
Nachdem sich ein Schlägertrupp gewaltsam zu der Wohnung Zutritt verschlaft hatte, wurde Eugenie Willner misshandelt und erschossen. Später in der Nacht kamen sie zurück und erschossen Ernst Willner, welcher sich schwer verletzt auf dem Dachboden versteckt hatte.
Quelle: Der Arbeitskreis Stolpersteine (Hrsg): Steine gegen das Vergessen. Stolpersteine in Hilden.2. Auflage. Hilden 2013. S. 16-17.
(Gianluca)
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