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Familie Leopold

Biography of Adolf Leopold, Max Leopold, Rosa Leopold geb. Hecht and Margot Regina Leopold

Schiede 28

Adolf Leopold, Sohn eines Kaufmanns, wurde am 1. Juni 1871 in Holzhausen geboren. Er gründete 1899 mit seinem Bruder Max und Sally Goldschmidt eine Firma für Leder- und Polsterwaren. Er heiratete Laura geb. Loeb, die 1932 starb. Das Paar hatte zwei Kinder: den 1902 geborenen und 1937 verstorbenen Fritz und die 1908 geborene Hilde.
Als Vorsteher der jüdischen Gemeinde Limburg versuchte Adolf Leopold ab 1933, seinen Glaubensgenossen nach Kräften zu helfen. Im März 1933 lagerte er die Bücher des vor der SA geflohenen Richters Julius Lichtenstein in seinem Keller ein. Im Sommer des gleichen Jahres versuchte er, Lichtensteins Hausrat zu dessen Gunsten versteigern zu lassen. Statt der erhofften 3000 Mark wurden aber nur 80 erzielt, die er ihm ins Pariser Exil schickte. Julius Lichtenstein beurteilte Adolf Leopolds Charakter eindeutig: „… ein absolut zuverlässiger Mann, Freund von uns, angesehener Bürger, Ehrenmann in jeder Hinsicht …“.
Bei der Kristallnacht wurden Haus und Firmenräume zerstört und geplündert. Im Vorjahr hatte Adolf Leopold mit Hilfe seines nichtjüdischen Lageristen Albert Freitag aus Steeden versucht, die Firma zu retten, was der Gestapo aber auffiel. 1939 ging Adolf Leopold nach Frankfurt und plante die Auswanderung nach Kuba. Laut Aussage einer Zeitzeugin hatte er „sich bis zuletzt für alle noch anwesenden jüdischen Familien tatkräftig eingesetzt und hat auch für die Abwesenden, soweit dies noch möglich war, die Abwicklung der amtlichen Angelegenheiten durchgeführt.“
Am 16. September 1942 wurde er von Frankfurt aus nach Theresienstadt deportiert, wo er am 2. Juni 1943 verhungerte.

Max Leopold, geboren am 16. März 1873 in Holzhausen, gründete 1899 gemeinsam mit seinem Bruder Adolf und Sally Goldschmidt eine Firma für Sattler- und Polsterwaren, die zunächst in der Flathenbergstraße, heutige Werner-Senger-Straße saß. 1916 erwarben die Brüder gemeinsam das Hotel „Bayrischer Hof“ an der Schiede, wo künftig Wohnung und Firmensitz waren. Max Leopold und seine Frau Rosa bewohnten das Parterre. Er engagierte sich im Israelitischen Männer-Wohltätigkeitsvereins Limburg, im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Limburg und im Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Limburg.
Im Sommer 1938 ging Max Leopold mit seiner Familie nach Frankfurt. Aus der Limburger Firma stieg er zu diesem Zeitpunkt offenbar aus. Alleiniger Inhaber blieb sein Bruder Adolf.
In Frankfurt bewohnte Familie Leopold nach Aussage eines Zeugen eine gut eingerichtete Vier-Zimmer-Wohnung mit Bad und Küche plus Mansarde. Das noch vorhandene Barvermögen wurde gesperrt und lediglich ein kleiner Betrag zur Bestreitung des Lebensunterhaltes freigegeben. Am 20. Oktober 1941 wurde die Familie Leopold ins Ghetto Litzmannstadt deportiert. Hier oder in einem der Vernichtungslager in Polen kam Max Leopold zu Tode.

Rosa Leopold wurde am 23. Juni 1887 in Limburg als Tochter des Kaufmanns Abraham Hecht und der Regina Hecht geb. Stern geboren. Sie heiratete den Kaufmann Max Leopold. Das Paar hatte eine Tochter, Margot Regina.
Rosa Leopold hatte bis zum Erlöschen 1938 Prokura für die Firma Leopold. Seit 1917 bewohnte sie mit ihrem Ehemann Max und Tochter Regina eine Fünf-Zimmer-Wohnung im Haus Schiede 28. Die Familie war wohlhabend, so dass sie zahlreiche Schmuckstücke besaß, die bei Kriegsbeginn abgeliefert werden mussten.
Rosa Leopold war Mitglied im Israelitischen Frauenverein.
Im Sommer 1938 zog die Familie nach Frankfurt, wo sie in einer Vier-Zimmer-Wohnung lebten.
Rosa Leopold wurde zusammen mit Ehemann und Tochter am 20. Oktober 1941 ins Gettho Litzmannstadt deportiert. Dort verliert sich ihre Spur. Es ist anzunehmen, dass sie in einem Vernichtungslager in Polen ermordet wurde.

Margot Regina Leopold wurde am 24. Mai 1912 in Limburg als Tochter des Kaufmanns Max Leopold und Rosa Leopold geb. Hecht in Limburg geboren. Nach vier Jahren Volksschule wechselte sie 1923 auf die Thau-Schule und sechs Jahre später auf den Handelsschulzweig der Marienschule. Ab 1931 arbeitete sie in der elterlichen Firma im Büro mit.
Nach Beginn der NS-Zeit muss Margot Regina Leopold den Plan gefasst haben auszuwandern. Um wirtschaftlich bestehen zu können, erlernte sie den Beruf der Sozialfürsorgerin. 1937 wurde sie zur praktischen Tätigkeit beim Zentralverband der Juden in Deutschland in Frankfurt eingestellt. Zur ordnungsgemäßen Absolvierung der Ausbildung hätte sie allerdings die Fachschule besuchen müssen, was ihr aber durch staatliche Verbote nicht möglich war.
Zuletzt lebte Margot Regina Leopold mit ihren Eltern in Frankfurt, bis sie am 20. Oktober 1941 nach Litzmannstadt deportiert wurde. Hier kam sie ums Leben.

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