Skip to content

Familie Ermann

Biography of Kurt Ermann, Margot Ermann and 3 more

Familie Ermann
Arthur Ermann wurde am 05.03.1890 geboren. Von Beruf war er Viehhändler. Am 15.10.1041 wurde Arthur Ermann nach Lodz deportiert, wo er schwer erkrankte und die Nazischergen ihn am 12.04.1943 verhungern ließen.

Seine Ehefrau Frieda war eine geborene Meyer, die am 13.05.1895 in Laufersweiler zur Welt kam. Frieda Ermann wurde, so wie ihr Mann Arthur, am 16.10.1941 nach Lodz deportiert. 1942 wurde sie in Bergen-Belsen ermordet. Ein Schicksal, das sie mit der am 09.02.1928 geborenen Tochter Margot teilte, die ebenfalls am 16.10.1941 nach Lodz deportiert wurde und von dort später (vermutlich gemeinsam mit ihrer Mutter Frieda) nach Bergen-Belsen kam. Margot Ermann wurde für tot erklärt. Die Legitimationskarte des Arbeitsamtes aus dem Ghetto Litzmannstadt weist das Datum 1. November 1943 auf. Das ist der letzte Hinweis auf Margots Anwesenheit in Litzmannstadt. Für beide, Frieda und Magot ist die Ankunft in Bergen-Belsen belegt (vgl. Dokument der Gedenkstätte Bergen-Belsen). Das KZ Bergen-Belsen wird deshalb auch im Bundesarchiv aufgeführt. Ergänzend zu den Angaben des Gedenkbuches des Bundesarchivs gibt es den Hinweis der schwedischen Journalistin Caroline Östberg, wonach Margot Ermann nach Chelmno gebracht und dort 1944 ermordet wurde.

Der Judenrat im Getto Litzmannstadt (Lodz) hatte zunächst die Hoffnung, dass sich die Juden durch ihre Arbeitsleistung unentbehrlich machen könnten. Die Arbeitsdokumente von Frieda und Margot Ermann sind erhalten. Beide arbeiteten in den Schneiderwerkstätten des Gettos. Frieda Ermann stellte Uniformmützen für die Wehrmacht her, Tochter Margot hatte Unterwäsche, Korsetts und Büstenhalter für namhafte deutsche Unternehmen anzufertigen. Obwohl in den Werkstätten enorme Summen für das Dritte Reich generiert wurden, war in Berlin längst beschlossen, alle Juden in Europa zu vernichten. Damit wurde die Hoffnung des Judenrates und seines Ältesten Chaim Rumkowski jäh zerstört.

Die am 21.05.1924 geborene zweite Tochter Wilma konnte 1939 mit einem Hilfstransport des Roten Kreuzes nach Schweden fliehen. Margot, damals 11 Jahre alt, war noch zu jung für den rettenden Transport. Weil der Besuch der „deutschen“ Schule in Rhaunen nicht mehr erlaubt war, ging sie in Köln in eine jüdische Schule. Das Standesamt Rhaunen hält den 16 September 1919 für die Übersiedlung nach Köln fest (LHA KO, Best. 655, 186 Nr. 1756). Wilma verstarb 2011.

Sohn Kurt, geb. 20.09.1920, gelang am 20.01.1939 die lucht nach Palästina.

Media

Photos

Free thanks to your help

This biography is free to read. If you like the Stolpersteine Guide, we would be glad of a small contribution.

Thanks to Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein and 6 more.
Support

Stolpersteine nearby

All Stolpersteine in Rhaunen

Sources & Imprint

Hermann Mosel für Arbeitskreis "Stolpersteine" Rhaunen

Datenerfassung: Stephanie Mosel, Hermeskeil

Arbeitskreis "Stolpersteine" Rhaunen: Gernot Fritz, Rhaunen
Hermann Mosel, Stipshausen (Texte)