Biography of Elvira Stein
Elvira STEIN wurde am 3.7.1890 in Starnberg geboren. Sie wuchs bei ihren Eltern Julius und Hermine, geborene ALTSCHUL zusammen mit den beiden älteren Schwestern Gisela und Irma in München-Pasing auf. Die zwei Jahre nach ihr geborene Irene starb mit eineinhalb Jahren.
Wir hier in Kempten wissen nur, dass sie am 11.3.1928 von München nach Kempten zog und am Rathausplatz 19 eine Weinhandlung führte. Nun konnte nachgewiesen werden, dass es sich dabei um eine „Spanische Weinhandlung“ handelte, wie das Kemptener Einwohnerbuch von 1929 auf Seite 102 verrät. Seit März 1928 war sie wohnhaft in der Bahnhofstraße 6, wahrscheinlich in Untermiete bei einer der hier ansässigen Bewohner, denn sie wird im Einwohnerregister der Bahnhofstraße 6 (S. 123) nicht aufgeführt. Auch das Einwohnerbuch von 1932 erwähnte Elvira Stein weiterhin als „Weinhändlerin“ (S. 104); nun jedoch wohnhaft in der Sedanstraße 12 (heute Beethovenstr.), ohne dass sie auch diesmal im Einwohnerregister dieser Straße (S. 146) Erwähnung fand. Vermutlich war sie auch hier Untermieterin.
Nach der Reichspogromnacht 9./10. November 1938 ist auf der Meldekarte das Abmeldedatum 30.11.1938 eingetragen und, dass sie am 29.12.1938 nach München weggezogen sei.
Ihre letzte Adresse war dann vom 20.6.1942 an das Internierungslager „Heimanlage für Juden“ in den Räumen des Noviziats der Barmherzigen Schwestern in Berg am Laim. Dokumentiert ist dieser Aufenthalt durch die im Herbst 1945 als Buch herausgegebenen Tagebuchaufzeichnungen der jüdischen Wirtschaftsleiterin für diese „Heimanlage“ (Ghetto, Sammellager), Else R. Behrend-Rosenfeld (letzte Auflage 1988 bei C.H. Beck).
Während dieser Zeit starb Elviras Mutter im KZ Theresienstadt, ihre Schwester Irma wurde in Auschwitz ermordet. Elvira STEIN wurde am 13.3.1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
„Recherchen und historisch-wissenschaftliche Darstellung: Dr. Peter Schindler †, Kempten“
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